News

vor 06.04.2009: Prominente über Klartext:

Lange erwartet - endlich da - die neue CD der vortrefflichen WISE GUYS!

Friedrich Nowottny, ehemaliger WDR-Intendant und Journalist

ganzen Beitrag lesen

Ich habe in eure CD hinein gehört - spitzen Texte und frische Harmonien. Seitdem ist die CD verschwunden, meine Kinder haben sie "ausgeliehen" und hören und hören und hören sie... Eines solltet ihr wissen, meine Kinder klauen keine schlechten CDs.

Ranga Yogeshwar, TV-Moderator


Mein Gott, singen die! Also, was die da singen, das ist ein Gesang, dass man sagen möchte: Die können singen! Denn singen tun ja viele, aber singen können können nicht viele! Die schon! Respekt!

Dieter Nuhr, Kabarettist


In meinem Arbeitsraum dösen noch eure Demo-Tapes der frühen neunziger Jahre vor sich hin. Euren Auftritt im Sürther Falderhof inklusive der genialen "Rollbrettfassung" habe ich seit bald zehn Jahren in bester Erinnerung. Von dort aus führt ein gerader Weg zur Demo-CD von heute. Ihr habt in den Jahren weder Musikalität, noch Spielfreude und Humor verloren. Haltet auch im Erfolg zusammen!

Hartmut Prieß, Bläck Fööss


Wundervoll musikalisch, anrührend und komisch. Diese Jungs geben alles! Mein persönlicher Favorit ist natürlich das FC-Lied!

Horst Schroth, Kabarettist


Wenn die WISE GUYS - wie auf dieser CD - romatische Sonnencremeküsse genauso überzeugend rüberbringen wie den Stadionschlager "Deutscher Meister", dann kann ich nur sagen: They're amazing!

Kurt Gerhardt, WDR-Journalist








vor 06.04.2009: Seid Ihr schon in der Knochenmarkspenderdatei?

Aus aktuellem Anlass: Eddi fragt: Seid Ihr schon in der Knochenmarkspenderdatei?

ganzen Beitrag lesen

Eddi fragt:

Seid Ihr schon in der Knochenmarkspenderdatei?


Bekannte von mir - genauer gesagt, Freunde meiner Nachbarn - haben eine 19monatige Tochter, die Venna heißt und an Leukämie (Knochenmarkskrebs) leidet. Nur eine Stammzelltransplantation (früher auch Knochenmarktransplantation) kann ihr Leben retten.

Venna sucht dringend einen passenden Spender.

Da es dabei auf die gleichen Blutmerkmale ankommt, werden vor allem Spender mit schlesischer Abstammung gesucht.

Die kleine Venna ist mit ihrem Schicksal nicht allein:
Jährlich erkranken in Deutschland 4000 Menschen neu an Leukämie. Die Hälfte der Betroffenen sind Kinder und Jugendliche!


Wie können wir Venna und anderen Patienten helfen?



Erster Schritt: Bluttest machen und in der Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen.

Bei Benefizauftritten hatten wir fünf bereits die Gelegenheit, in diese Datei aufgenommen zu werden. Wir empfehlen gerne jedem, dasselbe zu tun - es werden nur 5ml Blut abgenommen. (Selbst Sari empfiehlt es, der regelmäßig bei der Blutabnahme umkippt!)



Weitere Infos unter www.dkms.de




vor 06.04.2009: Klartext in den TopTen

Hier noch mal blau auf weiß unser bestes Chartergebnis aller Zeiten:

vor 06.04.2009: Zur gegenwärtigen Situation:

Unsere Konzerte bis zum 1.4., wenn unsere Pause beginnt, werden trotz des Irak-Krieges alle stattfinden. Selbstverständlich sind wir gegen Krieg (welcher vernünftig denkende Mensch ist das nicht?), aber es ist unser Job, zu unterhalten, und die Menschen, die zu unseren Konzerten kommen, tun das freiwillig und wollen unterhalten werden. Wir hören genauso wenig auf zu arbeiten, wie das Ärzte, Bäcker und Busfahrer tun.

vor 06.04.2009: Unser USA/Kanada-Foto-Tagebuch, Teil 1-3: Montag, 14.10., bis Sonntag, 27.10


Teil 1 (14.-18.10.02)
Teil 2 (19.-23.10.02)
Teil 3 (24.-27.10.02)

vor 06.04.2009: Wir wünschen allen WISE-GUYS-Fans ein fröhliches Weihnachtsfest!


P.S. Schöne Grüße auch von Sari...

Weil sich ein paar Leute über Saris Verdecktheit beschwert haben, hier noch eine bessere Aufnahme:

vor 06.04.2009: Unser Nordamerika-Tour-Tagebuch

(Letztes Update: 22.10.)

Hier kommt der erste Teil unseres Reiseberichts. Zur Zeit sind wir in Montreal; nach dem Konzert heute Abend haben wir zwei freie Tage in New York City, bevor wir uns dann zum letzten Tourkonzert nach Washington D.C. aufmachen. Die Bilder können wir leider aus technischen Gründen erst ins Netz stellen, wenn wir wieder in Köln sind. Trotzdem wünschen wir Euch viel Spaß mit unserem Tagebuch!

Eure WISE GUYS

ganzen Beitrag lesen

Aufgezeichnet von Eddi und Dän

Hier kommt der erste Teil unseres Reiseberichts. Zur Zeit sind wir in Montreal; nach dem Konzert heute Abend haben wir zwei freie Tage in New York City, bevor wir uns dann zum letzten Tourkonzert nach Washington D.C. aufmachen. Die Bilder können wir leider aus technischen Gründen erst ins Netz stellen, wenn wir wieder in Köln sind. Trotzdem wünschen wir Euch viel Spaß mit unserem Tagebuch!

Eure WISE GUYS

Montag, 14.10.

Ein ausgesprochen ruhiger Flug von Frankfurt nach Chicago. Spaß haben wir beim Ausfüllen der obligatorischen Einreiseformulare: Man wird tatsächlich gefragt, ob man während seines USA-Aufenthalts kriminelle Handlungen plane. Da wir Köln ja keine Schande machen wollen, kreuzen wir nach kurzer Beratung "nein" an.
Große Freude auch, als Ferenc bei genauer Betrachtung seines Reisepasses erstmals feststellt, dass unter der Rubrik "Geschlecht" ein "F" für "female" eingetragen ist. Theoretisch können wir also während unserer Tour die Frauenparkplätze benutzen.
In Chicago gelandet, begeben wir uns erst einmal ins Hotel. Das Goethe-Institut hat im Seneca-Hotel Suiten für jeweils zwei Personen reserviert: Eddi und Sari, Clemens und Erik Sohn, unser Gesangslehrer, sowie Ferenc und ich teilen uns die großzügigen Räumlichkeiten.
Es ist hier sieben Stunden früher als in Köln. Nachmittags - für uns also schon spät abends - fahren wir mit dem Aufzug in die Skyline-Bar des Hancock-Centers, des zweithöchsten Gebäudes in Chicago - und trinken das, was die Amerikaner (aus welchen Gründen auch immer) als "Kaffee" bezeichnen.

Dann laufen wir durch Downtown-Chicago. Plötzlich rufen ein paar Jungs laut: "Da sind die WISE GUYS!". Das passiert uns in Deutschland zwar häufiger, aber ausgerechnet hier in Chicago hätten wir damit nicht gerechnet. Liegt uns Amerika schon am ersten Tag zu Füßen? Nein. Wir wurden "nur" von einem kleinen Trupp des Kölner Domchors erkannt, der zur Zeit ebenfalls in Amerika auftritt. So gibt es ein spontanes Kölner Treffen auf den Straßen von Chicago. Was für ein Zufall - oder ist es das Schicksal, das uns Kölsche fern der Heimat immer wieder zusammenführt? Wir machen ein paar Fotos zusammen und ziehen weiter.
In einem asiatischen Restaurant sind wir wieder einmal überrascht vom tollen Service und der unglaublich freundlichen Bedienung. Warum erlebt man das zu Hause so selten?
Durch die Stadt laufen wir noch zwei Stunden mit meistens offenen Mündern. Die Wolkenkratzer sind atemberaubend, der Dom würde hier wohl richtig "niedlich" aussehen.
Um uns die nötige Bettschwere zu geben, kehren wir noch auf ein Bier in "Joe's Bar" ein. Den Barkeeper schließen wir sofort ins Herz, denn er will tatsächlich von uns allen den Ausweis sehen, ob wir schon einundzwanzig sind. Sogar von Ferenc....

Dienstag, 15.10.

Frühstück schon um acht Uhr im Seneca-Hotel. Diese eigentlich eher musiker-unfreundliche Zeit stellt dank des Jetlags noch nicht einmal für Dän ein Problem dar.
Mit dem Gepäck geht es per Taxi zum Goethe-Institut Chicago. Clemens fragt den islamischen Taxifahrer, ob er die kugelsichere Trennscheibe zwischen Fahrer- und Fahrgastbereich wirklich brauche. „Abends ja“, ist die Antwort, aber Sicherheit sei keine Frage der persönlichen Vorsicht, sondern liege einzig in der Hand des „creators“, des Schöpfers also.
Wir bleiben noch zwei Stunden in Chicago. Ferenc und Sari gehen in das beeindruckende Shedd Aquarium, das direkt am Lake Michigan liegt; Clemens und Gesangscoach Erik Sohn shoppen ein wenig und treffen später Eddi und Dän im Chicago Art Institute. In diesem berühmten Kunst-Museum befindet sich unter anderem das „America Window“ von Marc Chagall.

Dann nehmen wir vorerst Abschied von dieser tollen Stadt. Mit zwei gemieteten PKW fahren wir die 290 Meilen (464 km) nach St.Louis. Bei ungefähr 105 km/h erlaubter Höchstgeschwindigkeit ist die Fahrerei unglaublich entspannt. Vielleicht sollten wir dieses Tempo auch mal bei unseren Touren durch Deutschland ausprobieren. Allerdings müssten dann auch alle anderen Autofahrer mitspielen...
Fast noch überraschter als über das gestrige Zusammentreffen mit den Jungs vom Kölner Domchor sind wir, als wir in der Nähe eines Rastplatzes tatsächlich eine funkelnagelneue Filiale von ALDI sehen. Sogar das Logo ist so wie zu Hause. Damit uns das jemand glaubt, schießt Ferenc selbstverständlich ein Beweisfoto.

Morgen steht das erste Konzert auf dem Programm. Wir sind gespannt. Uwe Rieken vom Goethe-Institut hat uns erzählt, dass das Interesse und die Vorfreude riesengroß seien. Er schätzt, dass in St.Louis und am folgenden Tag in Lansing jeweils „locker“ 1000 Zuschauer hätten kommen wollen – Deutschlehrer, -studenten und –schüler, die auch von weit her angereist wären. Leider mussten wir jedoch die Konzertgröße schon im Vorfeld relativ klein halten, da wir aus technischen und organisatorischen Gründen alle sechs Shows der Tour komplett „unplugged“, also ohne Mikrofone machen.

In Deutschland verzichten wir nur noch in Mini-Konzerten wie im Senftöpfchen-Theater (ca.190 Zuschauer) auf unsere Sound-Anlage, die besonders auch für die Bass- und „Mundschlagzeug“-Stimmen sowie für die Textverständlichkeit wichtig ist. Jetzt, auf unserer Nordamerika-Tour, wollen wir aus der Not eine Tugend machen; unsere Live-Techniker sind natürlich zu Hause geblieben, stattdessen ist Erik Sohn, unser Gesangscoach, mit dabei. Wir wollen uns mit ausführlichen Proben gründlich auf die ungewöhnliche Konzertform einstellen.

In St.Louis verfahren wir uns erst mal. Und zwar so richtig. Dadurch kommen wir zu einer ungewollten Stadtrundfahrt. Das Highlight „The Arch“, ein gigantischer Bogen, erinnert uns an die KölnArena. Man kann seine Herkunft halt nicht verleugnen.
Knapp eine Stunde später als nötig treffen wir im Hotel ein. Wir sind hundemüde, aber Erik motiviert uns noch zu einer halbstündigen Probe auf dem Hotelzimmer. Dafür ist er ja schließlich auch dabei....


Mittwoch, 16.10.

Am Abend waren wir nach einem gemeinsamen Bierchen für schlappe vier Dollar ziemlich schnell ins Bettchen gegangen. Das Hotel in St.Louis hat einen Vor- und einen Nachteil: Leider liegt es direkt am Flughafen, was zwar faszinierend aussieht, wenn man aus dem Fenster schaut, sich aber scheiße anhört, wenn man schlafen will. Toll ist der Pool mit den Palmen, den wir aber mangels Zeit nicht nutzen können. Tour-Schicksal...

Um 7:45 Uhr versammeln wir uns zum Frühstück. Larry Marsh vom German Culture Center, der unser erstes Konzert dieser Tour organisiert hat, holt uns ab und fährt mit uns zum Konzertraum, einem großen Seminarsaal in der University of Missouri St.Louis. Die Show beginnt schon um 10:00 Uhr; dem Jetlag sei Dank, fühlt es sich für uns etwas später an. Erik sorgt mit einem ausführlichen Einsingen dafür, dass unsere Stimmen endgültig wach werden.

Das Publikum besteht aus knapp 200 Zuschauern; die meisten von ihnen High-School-Schülerinnen und -Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren. Wir merken schon bald, dass viele textliche Dinge nicht von allen verstanden werden. Manchmal lachen nur die Lehrer und diejenigen Schüler, die offensichtlich ganz besonders gute Deutschnoten haben. Dän macht alle Moderationen ebenfalls auf Deutsch; wegen der sprachlichen Probleme beschränkt er sich jedoch auf möglichst klare, simple Ansagen. Die Stimmung steigt, als wir den „Tekkno“ singen. Dieser uralte Song, den wir bei Konzerten in Deutschland gar nicht mehr im Programm haben, stand hier auf der Wunschliste der Organisatoren. Bei der Stelle „who the fuck is Entchen??!!“ geht ein großes Raunen und Gelächter durch den Saal. Das „F-Wort“ ist hier dermaßen verboten, dass die Schüler natürlich ihre helle Freude haben.

Die Show kommt ins Rollen. Publikumsfavoriten sind „Meine heiße Liebe“ – den Text dieses Songs hatten viele der Schulklassen im Unterricht besprochen - , „Jetzt ist Sommer“ und „Schlag mich Baby noch einmal“, unser Parodie auf den Britney-Spears-Hit „Baby one more time“. Gegen Ende entrollen einige Zuschauer sogar selbstgemachte Transparente (z.B. „Die Wise Guys sind Maddy’s heiße Liebe“). Nach dem letzten Song gibt es geschlossen Standing Ovations vom Publikum. Als Dankeschön für diejenigen Zuschauer, die von den Texten fast nichts verstanden haben, bringen wir „GoldenEye“ als Zugabe. Eddi als Tina Turner macht den Zuschauern ebenfalls viel Spaß.

Nach dem Konzert ist viel los. Fast alle wollen Autogramme, Fotos und ein paar Worte auf Deutsch reden; die Leute sind unglaublich freundlich und sehr begeistert.
Nach einer Stunde kommen wir los. Mit Larry gehen wir in ein griechisches Restaurant und reden schon ein bisschen über die Frage, ob wir vielleicht noch einmal ein größeres Konzert in St.Louis machen sollen. Er ist der Überzeugung, dass wir dieses Unternehmen angehen sollten.

Wir machen uns auf die lange Fahrt nach Lansing. Dabei überqueren wir sogar den Mississippi. Wir hatten auf dem Hinweg gedacht, es sei der Missouri gewesen – da war es aber auch schon längst dunkel.

Einen üblen Beigeschmack haben Werbeschilder am Rande des Highways 55: Dort steht zu lesen: „Guns save lives“ – Schusswaffen retten Leben! Nicht nur in diesen Tagen, da der Heckenschütze von Washington hier das absolute Thema Nummer 1 ist, wirkt dieser Satz so zynisch wie paradox. Das öffentliche Leben in der Hauptstadt ist fast eingefroren, alle hoffen, dass das grausame Treiben bald vorbei ist – aber hier auf dem Land fordert die Waffenlobby weiter fröhlich den Erhalt des „persönlichen Rechts auf Waffenbesitz“.

Wesentlich lustiger ist das Zusammentreffen mit „Elvis“ auf der Toilette einer Raststätte.Terry Williams ist wohl Ende fünfzig, hat die Haare vom King und trägt eine knallbunte Stars-and-Stripes-Lederjacke und spricht uns an:
„Are you a band?“ – „Yes, we are, how did you know?“ – “Well, I just sensed that!”.
Wow, Elvis hat hellseherische Fähigkeiten! Auch, dass wir aus Deutschland kommen, will er schon vorher gefühlt haben. Er ist aber sehr nett, arbeitet im normalen Leben als Gefängnispsychologe des Staates Illinois und tourt in seiner Freizeit als Elvis über die Dörfer. Er drückt uns noch eine Werbebroschüre von sich selbst in die Hand, wünscht uns viel Erfolg und braust davon.

Donnerstag, 17.10.

Wir haben die zehnstündige Autofahrt von St.Louis nach Lansing noch in den Knochen; ohne Absprache lassen wir das Hotelfrühstück komplett sausen. Was aber nicht weiter schlimm ist, da das Breakfast sowieso in Amerika meistens nicht im Preis inbegriffen und zudem mit komplizierten Verhandlungen mit dem Personal verbunden ist, wie wir schon in Chicago gelernt hatten.
Im Holiday Inn Convention Center in Lansing findet eine Konferenz amerikanischer Fremdsprachenlehrer statt; unser abendliches Konzert in einem Saal des Hotels wird vor ca. 200 US-Deutschlehrerinnen und -lehrern stattfinden.

In Lansing ist, verglichen mit einigen anderen Städten auf unserer Tour, nicht gerade der Bär los. Wie überall in den USA und Kanada gibt es aber auch hier natürlich eine Shopping Mall, also eines dieser für europäische Verhältnisse gigantischen Einkaufszentren. Da man hier wirklich nicht allzu viele sinnvolle Alternativen der Freizeitgestaltung hat, machen wir uns auf zu einem ausgedehnten Einkaufsbummel. Ferenc kauft sich, nachdem er sich bei seiner Frau Meike telefonisch die Erlaubnis eingeholt hat, eine Lederjacke; unser Gesanglehrer Erik ebenfalls – allerdings hat er auch niemanden, der ihm das von Deutschland aus verbieten könnte. Die anderen stehen jeweils „beratend“ zur Seite, was den Kaufentschluss jedoch nicht immer beschleunigt. Viele unfähige Modeberater verderben den Brei...

Die schon fast obligatorische Kaffeepause bei „Starbucks“, einer Art Fastfood-Kette für alle erdenklichen Kaffeesorten, lässt uns zu dem Schluss kommen, dass ein paar von diesen Dingern in Köln gar nicht verkehrt wären. Natürlich ist es gemütlicher, sich in ein richtiges Café im Kwartier Lateng zu setzen, aber man hat ja bekanntlich nicht immer Zeit.

Beim Weitershoppen (Schuhe, Jeans, eine Zuckerstange, eine Winterjacke für Sari) werden wir von fast jeder Verkäuferin gefragt, was wir denn für eine Truppe seien. „Oh, you’re a band? You are from Germany? That’s so great!”. Dass sechs in einer fremden Sprache sprechende Herren vormittags gemeinsam Lederjacken kaufen, passiert in Lansing offenbar auch nicht alle Tage. Die Verkäuferinnen sind ohne Ausnahme unglaublich nett. Man könnte fast denken, sie hätten Spaß an ihrem Job, was man in Köln ja eher selten vermutet.

Am Nachmittag machen wir wieder eine Gesangsprobe unter Eriks Leitung. Der Saal ist sehr groß, so dass wir zunächst befürchten, mit unseren Stimmen nicht ganz durchzukommen.
Aber das Konzert am Abend läuft ausgezeichnet. Dän moderiert dieses Konzert komplett in englischer Sprache. Dadurch können auch die Zuschauer, die kein Deutsch können, verstehen, wovon die Songs handeln. Ein Teil des Publikums besteht aus Spanischlehrern, die zunächst einem Flamenco-Gitarristen gelauscht haben. Zu unserer Überraschung sind viele von ihnen auch für unsere Show da geblieben. Hinterher sagen uns viele Zuschauer, sie hätten die Songtexte nicht verstanden, trotzdem aber jede Menge Spaß gehabt.

Wir beschließen den Abend mit einigen der Konzertbesucher an der Hotelbar. Heute Nacht bekommen wir nur drei Stunden Schlaf, denn um 4:30 Uhr müssen wir zum Flughafen. Auf nach New York!


Freitag, 18.10.

Es hat uns nicht wirklich überrascht, aber dieser Freitag wird tatsächlich zum bislang härtesten der Tour. Am Abend zuvor hatten wir noch ein wenig dem ersten akzeptablen US-Bier, „St.Adam’s Oktoberfest“ (!) zugesprochen; die Hotelbar in Lansing hatte zum Glück gegen 1:00 Uhr geschlossen.

Freitagmorgen um 4:30 Uhr treffen wir uns zur Abfahrt. Mit unseren Leihwagen geht es zur Autovermietung nach Detroit, von dort mit dem Shuttle-Bus zum Flughafen. Die Sicherheitskontrollen sind streng. Bei der ausführlichen Durchsuchung, während der wir beinahe im Stehen einschlafen, muss Dän zur Freude der Kollegen sogar seine Schuhe ausziehen.

Der Flug von Detroit nach New York City startet fast pünktlich um 8:30 Uhr. Dän sitzt im Flugzeug neben einem Jason aus Detroit, dem in Deutschland wohl die Frauen zu Füßen liegen würden: Er ist optisch eine Mischung aus Keanu Reeves und Ethan Hawke und geschäftlich unterwegs. Da er nicht gerne fliegt, freut er sich, einen Sitznachbarn zu haben, dem das sehr ähnlich geht. Die rund einstündige Flugzeit wird dementsprechend mit Gesprächen über Flugangst vertrieben. Eddi sitzt eine Reihe davor und programmiert auf seinem Notebook weiter an seinem Mathematik(!)-Spiel, die anderen sind über den Flieger verteilt und pennen.

Der Landeanflug auf La Guardia in New York City bietet für eine kurze Zeit den fantastischen Blick auf die Skyline von Manhattan. Jeden, der sie von früheren New-York-Besuchen oder aus Kinofilmen kennt, muss es wegen der fehlenden Zwillingstürme wohl doch ein wenig frösteln. Vor dem Bodenkontakt ist das Flugzeug dann für ein paar Sekunden scheinbar nur ein paar Meter über dem Hudson River; auch das ein ungewöhnlicher Anblick.

Zwei Taxifahrer, die aus Bangladesh stammen, bringen uns zum Hotel in Manhattan. Einer ist seit zwölf Jahren hier und spricht nahezu perfektes American English. Nachdem er herausgefunden hat, dass wir aus Deutschland kommen, will er alles über „the Autobahn“ wissen, von der er so viel gehört hat. Einmal ohne Tempobegrenzung zu fahren, ist sein großer Traum; dass es bei uns durch Staus, Baustellen und andere Dinge auch längst nicht immer freie Fahrt gibt, will er nicht hören. Der andere kann kein Auto fahren, was in New York offenbar aber auch keine zwingend notwendige Voraussetzung ist, wenn man den Job des Taxifahrers ausüben will: Erik, Sari und Clemens werden mehr durchgeschüttelt als zuvor während des auch schon unruhigen Landeanflugs.

Es ist Mittag, als wir völlig fertig am Hotel ankommen. Eine Pizza in der Nachbarschaft füllt zwar unsere frühstückstechnisch noch jungfräulichen Mägen, aber dass die New Yorker Pizza die beste außerhalb Italiens sein soll, bleibt unbestätigt. Wir scheinen die einzige Pizzabude erwischt zu haben, in der man sich mit dem Pizzabacken schwer tut. Vielleicht sollten Taxifahrer und Pizzabäcker ihre Jobs tauschen.

Zwei Stunden Schlaf sichern, dass wir den Rest des Tages im Wachzustand erleben, denn für 19:00 Uhr ist unser Konzert im Goethe-Institut geplant. Am frühen Nachmittag machen Eddi, Dän, Clemens und Erik sich noch zu einem kurzen Downtown-Bummel auf. Der „Starbucks“-Kaffee auf die Hand erweist sich wieder als hilfreich. Allerdings müssen wir noch lernen, die Pappbecher mit dieser gewissen Lässigkeit zu behandeln, die die New Yorker im Blut haben. Hilfreich wäre dabei vielleicht, wenn wir nicht weiterhin alle begeistert wie die Landeier in den Himmel starren und dabei ständig über Bordsteine stolpern würden.

Nach Broadway, Carnegie Hall und Times Square wollen wir noch „schnell“ auf das Empire State Building, aber zu viele andere Touristen haben die gleiche Idee, die offensichtlich nicht besonders originell ist. Erst nachdem wir die auch hier sehr strengen Sicherheitskontrollen durchlaufen haben, stellen wir fest, dass die Zeit nicht reicht, und gehen wieder.

Mit der Metro fahren wir in Richtung Goethe-Institut, steigen am Central Park aus und laufen den Rest durchs Grüne. Vorbei an einer Hochzeitsgesellschaft (mit acht Brautjungfern, denen in ihren identischen, schulterfreien Kleidern offensichtlich nicht gerade heiß ist), Skatern, die auf einem Bein rückwärts durch einen Slalom-Parcours heizen, und schließlich an einem unerwarteten, auf uns gerichteten Wasserstrahl vorbei, der uns jedoch nicht trifft. Ein Fernsehteam einer Art „Candid Camera“ (Versteckte Kamera) für Kinder hat uns dabei gefilmt und fragt, ob es die Szene senden darf. „Klar!“, sagen wir. Das wäre immerhin unser erster Auftritt im amerikanischen Fernsehen.

Das New Yorker Goethe-Institut liegt am Rande des Parks gegenüber des Metropolitan Museums. Wir machen eine Probe mit Erik. Der Saal ist sehr schön; eigentlich nur 110 Leute passen rein (am Abend werden 120 dort sein), und die Akustik ist für ein unplugged-Konzert ausgezeichnet.

Diesmal singen wir das volle Programm inklusive Pause; die Moderationen erfolgen wieder auf Englisch, was sich als wirksam herausgestellt hat. Erfolgreichste Songs sind diesmal „Sing mal wieder“, „Chocolate Chip Cookies“ und erneut die Britney-Spears-Parodie, bei der ein Teenie-Girl in den vorderen Reihen vor Freude gar nicht weiß, wo es sich lassen soll. Wir verlieren beinahe die Kontrolle über den Song.

Im Publikum sitzen ansonsten außer einigen Deutschlehrern (eine von ihnen arbeitet für die Vereinten Nationen) auch Auswanderer, die mit deutschsprachiger Kultur in Kontakt bleiben wollen, Studenten, eine Familie, die kürzlich aus beruflichen Gründen hierhin gezogen ist und uns noch vor ein paar Monaten in Deutschland live gesehen hat, Mitarbeiter des Instituts und andere. Wir treffen beim Afterglow nach dem Konzert auch wieder einige Zuschauer, die von den Texten nicht viel verstanden haben können, sich aber trotzdem begeistert zeigen. Zum Beispiel eine sehr nette, ca. 25-jährige New Yorker Fotografiestudentin, die kaum Deutsch spricht, aber durch eine Freundin auf unsere Musik gekommen war. Sie spricht von einer „ganz speziellen, tiefen und auch emotionalen Erfahrung“. Eine ältere Dame sagt: „After finishing this, you love life again!“ – wenn man unsere Show gesehen hat, liebt man das Leben wieder.

Kommt diese Art der Begeisterung daher, dass wir hier noch „besonderer“ sind als daheim, oder liegt es einfach an der offenen Art der Amerikaner? So oder so – wir freuen uns sehr über die Reaktionen des New Yorker Publikums.

Obwohl wir mehrfach zu hören bekommen, dass wir als Nicht-New-Yorker kein Recht hätten, schlafen zu gehen, verschieben wir unser privates Unterhaltungsprogramm auf die kommende Woche, wenn wir noch mal für eine Nacht hier sein werden. Wir sind glücklich, aber platt, und unsere Betten rufen uns in einer Lautstärke, die nicht mehr überhört werden kann.

Samstag, 19.10.

Unsere Unlust, Manhattan nach nur einer Nacht bereits wieder verlassen zu müssen, ist sowohl durch die Vorfreude auf Kanada als auch durch die Aussicht, schon in der nächsten Woche mindestens eine weitere Nacht in NYC zu verbringen, weitgehend unter Kontrolle. Auf dem Plan steht heute die Reise nach Toronto.
Während Erik, Sari und Clemens fliegen, machen sich Eddi, Ferenc und Dän mit dem Auto auf den Weg. Dieses Auto zu bekommen, stellt zuvor allerdings noch eine knapp einstündige Herausforderung dar, denn bei der Avis-Autovermietung in Manhattan ist leider das totale Chaos ausgebrochen. Man hat, kurz gesagt, mehr Autos vermietet, als man zur Verfügung hat. Und das kann nicht funktionieren. Unter den bis auf die Straße in einer Schlange stehenden, reisewilligen New Yorkern ist „fucking shit!“ noch einer der höflicheren Kommentare zur Situation.

Mithilfe eines kaffee-ähnlichen Getränks von „Cosi“, das jedoch die Spitzenposition von „Starbucks“ innerhalb unserer internen Fast-Coffee-Hitliste dramatisch bestätigt, und dank unserer unglaublichen inneren Gelassenheit überstehen wir jedoch auch diese Verzögerung.

Durch den Staat New York führt uns die 450 Meilen weite Reise an einem grauen, kalten Tag zunächst in die Nähe der kanadischen Grenze. Es ist bereits dunkel, als wir an den Niagarafällen vorbeikommen. Wir verzichten zur gegenseitigen Schonung auf den Kalauer, dass die Niagarafälle ja immer noch ungelöst seien, und schauen uns dieses eher touristische als natürliche Spektakel aus der Nähe an. Nicht nur über die wenig dezent in die Landschaft geknallten Hotels, Casinos, Restaurants und sonstigen „Attraktionen“, sondern auch über die Tatsache, dass die an sich wirklich überwältigenden Wasserfälle nachts knallbunt angestrahlt werden, kann man sicherlich diskutieren. Trotzdem: Ein beeindruckendes Naturschauspiel. Wir loten noch die begrenzten nacht-technischen Möglichkeiten unserer Digitalkamera aus und fahren weiter.

Toronto ist eine Stadt, die Europäisches und Nordamerikanisches verbindet. Die Wolkenkratzer sind ebenfalls beeindruckend hoch, stehen aber nicht so geballt zusammen wie in Manhattan. Und mittendrin entdeckt man immer wieder kleinere, für hiesige Verhältnisse historische Gebäude, die geradezu niedlich wirken – z.B. die „schottische“ St-Andrews-Church in der King’s Street.

Wir checken im Hotel ein („Comfort Suites“) und gönnen uns ein flottes asiatisches Abendessen bei „Ho Lee Chow“ (nicht zu verwechseln mit „Holy Cow“). Dann fahren wir mit dem Taxi downtown und treffen die anderen drei in einer Bar namens „Fez batic“. Dort läuft Housemusik beinahe in Club-Lautstärke. Wir genießen den Abend; die Musik knallt, ist aber gut – vor allem für unseren House-Fetischisten Erik, der später mit Eddi und Sari sogar noch eine mittelkesse Sohle aufs Parkett legt – und auch die Leute sind sehr nett.

Erik hat inzwischen ein saublödes Spiel eingeführt, das er wohl in seiner Kindheit in Schwaben gelernt haben muss und das sich in Sekundenschnelle bei uns festsetzt: Wenn einer von uns mit Daumen und Zeigefinger (oder mit den Armen) einen Ring formt und jemand anderes versehentlich durch diesen Ring hindurch schaut, darf er von ersterem auf den Arm geschlagen werden. Die Stelle muss jedoch zunächst mit einem Kreuz „markiert“ und der Schlag hinterher wieder „abgewischt“ werden; geschieht dies nicht, darf das Opfer nach gleichen Regeln zurückschlagen. Falls sich jetzt jemand fragt, wann wir mal erwachsen werden wollen: Diese Woche sicherlich nicht mehr.

Gegen Ende des Abends kommen wir noch mit einer Gruppe Law Students ins Gespräch, die dem Klischeebild vom deutschen Jurastudenten nicht entsprechen. Es wird eine nette Unterhaltung.

Es ist schon nach zwei, als wir zum Hotel laufen. Am nächsten Morgen werden wir in den Nachrichten hören, dass es kurz nach unserem Heimweg zwei Schießereien gegeben hat, die wir bei einem etwas späteren Aufbruch wohl noch hätten miterleben „dürfen“. Das erhöht nicht gerade unsere Vorfreude auf Washington, wo immer noch der „Invisible Sniper“ sein Unwesen treibt. Amerikas Schattenseiten...

Sonntag, 20.10.

Wichtig ist natürlich, einmal auf dem CN-Tower von Toronto gestanden zu haben. Mit 550 Metern ist er das höchste Gebäude der Welt. Das behauptet zumindest die Dame im Lift. Wir rätseln noch, ob es nicht irgendwo in Hongkong, Kuala Lumpur oder sonstwo noch was Höheres gibt.
Doch oben angekommen, genießen wir lieber die Aussicht über den Lake Ontario, einen der fünf großen Seen Nordamerikas. Wir haben Riesenglück mit dem Wetter: Die Sonne scheint, unter uns starten und landen Sportflugzeuge, der Ausblick aus dem rotierenden Restaurant ist genial. Unsere Physiker Clemens und Sari diskutieren darüber, ob man die Krümmung des Horizontes aus dieser Höhe bereits wahrnehmen kann – da kommt zum Glück schon das Essen.

Das nachmittägliche Konzert im Goethe-Institut Toronto in einem Mini-Kinosaal (mit 80 Zuschauern rappelvoll) läuft trotz trockener Akustik erstaunlich gut. Wir bekommen Standing Ovations und singen als Extra-Zugabe „What a wonderful world“ von Louis Armstrong. Eriks Einsingen zuvor war für uns wie immer Gold wert. Ohne das hätten wir uns vielleicht schon öfters heiser gesungen.
Wer hatte eigentlich die Idee, uns an einem Sonntagnachmittag um 15 Uhr singen zu lassen? Egal, sie hat einen Riesenvorteil: Der Abend steht uns zur freien Verfügung! Das erleben wir sonst selten, unsere Konzerte in Deutschland sind meistens nicht vor 22:30 Uhr zu Ende.

Und diesen freien Abend nutzen wir mal wieder ausgiebig. Mit einer ganzen Horde von Kanadierinnen und Kanadiern ziehen wir ins Restaurant „The Loose Moose“ („der freizügige Elch“). Dort lassen wir es uns gutgehen: Auch in Kanada scheinen wie in den USA die Portionen groß und die Bedienungen superfreundlich zu sein. Wenn es jetzt noch Kölsch gäbe...

Später besuchen wir den Jazz-Club „Top of the Senator“ und hören das „Brian Hughes Quintet“ aus Los Angeles. Die Atmosphäre ist eigenartig: Manche Gäste sind recht vornehm gekleidet; es herrscht Rauchverbot, und zwischen den Stücken herrscht nach einer kurzen Applaus-Phase Stille im Auditorium wie bei einem Klassikkonzert. Auch musikalisch ist es nicht ganz unser Ding; wir verlassen den Club nach 45 Minuten. Däns Kommentar: „Das Brian Hughes Quintet hat nur ein Problem: Brian Hughes.“ In der Tat, auch Erik und Eddi sind sich einig: Wenn man den Bandleader geknebelt und in einen Nebenraum gelegt hätte, und den vier anderen Musikern zehn Jazz-Standards vorgelegt hätte, hätten wir einen wunderbaren Abend verbringen können. Brian scheint einfach ein bisschen zu sehr von sich selbst eingenommen zu sein und hat außerdem einen etwas faden Musikgeschmack (Erik: „Fahrstuhlmusik“). Schade! Trotzdem: Ein wunderbarer Tag.

Montag, 21.10.

Nach einer wieder einmal besonders tiefen, diesmal aber auch langen Nachtruhe teffen wir uns um halb zehn in der Hotellobby und packen unser gesamtes Gepäck – das offensichtlich immer umfangreicher wird – irgendwie in den Van; dann begeben wir uns zunächst zum Eaton Center. Dieses riesige Einkaufszentrum im Herzen Torontos ist auch ein starker Magnet für Touristen, wofür wir ja das beste Beispiel sind.
Es wird wieder geshopped, obwohl unser Lederjackenbedarf vorerst gedeckt ist. Das Jeanslängen-Problem wird immerhin von Erik bewältigt; er findet endlich eine passende Levis. Wieder einmal will eine Verkäuferin Däns und Eriks Körpergröße wissen. Hoffentlich glaubt niemand, wir könnten Basketball spielen.

Zur Belohnung für den erfolgreichen Jeanskauf gibt es einen Cheeseburger bei „Harveys“. Der Clou dabei ist die Möglichkeit, sich diverse Saucen, Gurken, Tomaten, Salat, Zwiebeln etc. ohne Aufpreis individuell zusammenstellen zu lassen. Your personal cheeseburger, sozusagen. Der Sinn eines anderen Prinzips, das für sämtliche Fast-Food-Ketten Nordamerikas zu gelten scheint, hat sich uns hingegen immer noch nicht erschlossen: Seinen Softdrink – Cola, Sprite, 7Up, Wasser – kann man sich kostenlos und so oft man will selbst nachfüllen. Aber warum ist ein großer Becher dann teurer als ein kleiner? Vielleicht, weil man seltener aufstehen muss, wenn man sich ein paar Liter reinzupfeifen beabsichtigt? Dann wäre es also gewissermaßen ein Zuschlag für die Dienstleistung des Nicht-Aufstehen-Müssens.

Mittags setzen wir uns in Bewegung in Richtung Montreal. Es ist „Indian Summer“ in Kanada. Bei kaltem, aber strahlenden Herbstwetter haut uns die Farbenpracht der in der Sonne noch kräftiger leuchtenden Bäume beinahe aus den Sitzen („Ey, die Farben sind doch nicht mehr normal!“ – Eddi).

Kurz vor Montreal machen wir Pause an einer echten Trucker-Raststätte. Alles ist fleischgewordenes Klischee: Richtig „harte“ Männer, fast alle rauchen, was absolut ungewöhnlich ist (man denke an den Jazz-Club); es gibt Zeitschriften, allerdings ausnahmslos Herrenmagazine, und zur Zerstreuung kann man sich an Spielautomaten vergnügen. Auto-Rennspiele. Der Trucker an sich sucht nach zehn anstrengenden Highway-Stunden offenbar Entspannung bei einem Auto-Simulationsspiel. Wir auch: Man muss mit einem Feuerwehrauto, Krankenwagen, der Präsidentenlimousine oder wahlweise einem Panzer zu dringenden Spezialaufträgen eilen; Rücksicht auf Verluste unerwünscht. Der während der Hetzjagd angerichtete Schaden wird dabei in Dollar fortlaufend oben links eingeblendet. Sari stellt bei seiner zweiminütigen Fahrt mit über 1.000.000 $ den bandinternen Tagesrekord auf.
Wir erreichen Montreal am Abend. Es wird überall überdeutlich, dass wir uns jetzt im französischsprachigen Teil Kanadas aufhalten: Sogar auf den traditionellen STOP-Schildern steht „arret“. Später erfahren wir, dass beispielsweise Restaurants ihre Menüs laut Gesetz zweisprachig auszeichnen müssen, dass dabei das Französische aber größer gedruckt werden muss. Die meisten Angestellten können aber mindestens bruchstückhaft auf Englisch kommunizieren.

Die Fahrt war lang und unser Miet-Van für sechs Personen mit Monstergepäck nicht gerade riesig. Unser Hotel liegt an der Rue St.Denis, wo man Restaurants aus vermutlich buchstäblich allen Ländern der Erde findet. Dass wir uns auf einen Italiener einigen, zeugt nicht gerade von großer Experimentierfreudigkeit, aber das soll am nächsten Tag nachgeholt werden.

Die Einrichtung, eine Mischung aus italienisch, Halloween (foto: Eddi und Clemens vor Halloween-Dekoration) und Kirmes, beeindruckt uns genauso wie die Musik: Zunächst Frank Sinatra, später in einer Endlosschleife venezianische Gondolieri-Musik. Wir bleiben keine Minute länger als nötig.

Die Gruppe teilt sich in eine Hälfte Ins-Bett-Geher und eine „’Nen-Absacker-Noch“-Fraktion, bestehend aus Erik, Ferenc und Dän.

Unglaublich ist die Zahl der Bettler, die einen auch am Tisch um „change“ bittet; in dieser Ecke von Montreal gibt es auch viele Kleindealer und Punks, die ungefragt die meist ohnehin schon vollkommen sauberen Autoscheiben der an Ampeln wartenden Fahrzeuge waschen.

Die drei Nachteulen landen zunächst in einer finsteren, versifften Tekkno-Kneipe, die, weil Montag, fast völlig leer ist. Als wir unsere plötzlichen, immer heftiger werdenden Suizidgedanken registrieren, ziehen wir weiter. Direkt nebenan liegt eine Bluesbar. Eine dreiköpfige Band spielt live, laut und schnell; Erik vermutet, wir würden soeben Zeugen der Erfindung einer neuen Musikrichtung namens „Speedblues“. Aber die Band hat so viel Spaß am Musizieren, dass der Unterhaltungsfaktor hoch ist, obwohl Papa Speedblues seine Leadgitarre nach jedem Song noch einen Tick lauter stellt; der Bass- und der Drum-Sohn haben keine Chance.

Dienstag, 22.10.

Gut geschlafen. Außer Eddi. Was sich am Abend schon abzeichnete, ist eingetreten: Eine Halsentzündung. Eine Konzertabsage, die für uns ja in Deutschland schon problematisch ist, weil Ersatztermine kaum zu finden sind, wäre hier natürlich noch gravierender. Eddi begibt sich sofort zu einem Arzt, was ihn hundert kanadische Dollar in bar kostet, und erhält eine interessante Antibiotika-Dosis: Alle sechs Tabletten soll er sich auf einen Schlag reinknallen, nach dem Essen bitteschön, die Aktion könne den Magen nämlich ein wenig irritieren. Nicht gerade zimperlich, der Doc. Eddi wird den Tag im Hotelzimmer verbringen und abends wieder weitgehend fit sein; einzig der Song „Sing mal wieder“ fliegt aus Gründen der stimmlichen Schonung aus dem Programm.

Während Dän in einem Internet-Café die erfreuliche Meldung vom 2:2 des 1.FC Köln bei Mainz 05 und der damit verbundenen Übernahme der Tabellenführung in Erfahrung bringt, verbringen Sari, Clemens, Ferenc und Erik den Vormittag in Alt-Montreal. Die Stadt ist irgendwie schräg. Ein bisschen Kanada, ein bisschen Frankreich, ein bisschen Amsterdam, ein bisschen USA. Letzteres gilt vor allem für die Kathedrale Notre Dame, deren Farbintensität die meisten europäischen Besucher geschmackstechnisch eher verwirren dürfte. Abends wird im Inneren der Kirche gar eine Lasershow abgezogen. Ob man sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen darf, lässt sich nicht klären; wir lassen es uns entgehen.

Mittags treffen wir das Team vom Goethe-Institut Montreal, das uns sehr freundlich empfängt; man hat uns sogar umfangreiches Touristenmaterial zusammengestellt. Zum Lunch werden wir direkt in ein afrikanisches Restaurant in der Nachbarschaft geschleust. Bislang ein ziemlich bunter Multi-Kulti-Tag.

Die Rue de St.Catherine führt von „unserem“ Viertel direkt ins Stadtzentrum. Auf unserem Marsch Richtung downtown stellen wir staunend fest, wie oft die Straße ihren Charakter ändert. Mal Rotlichtviertel, dann Touristenmeile, Kulturstraße (Opernhaus, Museum), schließlich scheinbar alles zugleich. Wir kaufen ein paar Mitbringsel für zu Hause und nehmen nach drei Stunden die Metro zum Hotel, wo wir uns ausruhen.

Um 18:00 Uhr machen wir im Internetraum des Goethe-Instituts eine ausführliche Probe mit Erik. Eddi hat einen antibiotikabedingt leicht nervösen Magen, ist aber singfähig. Als um kurz vor acht noch kein einziger Zuschauer vor dem Konzertsaal zu sehen ist, droht das Bauchgrummeln auch auf die Anderen überzugreifen; es stellt sich jedoch heraus, dass die Show erst im 20:30 Uhr beginnen soll. Alles wird gut, die zuschauermäßige Auslastung des Saales liegt beim Konzert am absoluten Limit des gesetzlich Erlaubten.

Im Publikum sind diesmal unter anderem auch viele Fremdsprachen-AssistentInnen aus Deutschland und eine Highschool-Klasse aus Quebec-City, die für unser Konzert eine zweieinhalbstündige Busreise auf sich genommen hat. Auf Anraten des Goethe-Teams beginnt Dän seine Konzertmoderation auf Französisch, um den Zuschauern zu demonstrieren, dass er aus sprachlichen und nicht aus politischen Gründen „in English“ und nicht „en Francais“ durch die Show führen wird. Es gibt keinen Widerspruch.

Obwohl der Konzertraum akustisch noch schwieriger ist als der in Toronto, attestiert uns Erik hinterher unser bisher bestes Konzert der Nordamerika-Tour. Auch wir Fünf stellen fest, dass sich eine positive Routine im unverstärkten Gesang (wieder-)eingestellt hat, dass uns aber vor allem Eriks Proben unglaublich weiterhelfen. Er kritisiert konstruktiv, in einer immer lockeren, aber konzentrierten Atmosphäre, und gibt Hinweise, die man sofort so umsetzen kann, dass man auch den Unterschied zum vorherigen Durchlauf bemerkt. Erik trifft in jeder Hinsicht und im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Ton. Das wird sich wohl auch positiv auf unsere regulären Headset-Mikrofon-Konzerte in Deutschland auswirken. Abgesehen davon ist Erik übrigens auch als Leibwächter hervorragend geeignet, um z.B. Sari vor allzu aufdringlichen Paparazzi abzuschirmen. (foto: Erik als Lifeguard mit Sonnenbrille und Sari)

Nach der Show, bei der wir erneut „What a wonderful World“ als letzte Zugabe gesungen haben, gibt es als Afterglow zunächst den traditionellen Weinempfang im Goethe-Institut. Die Schulklasse muss sich wieder auf den Heimweg nach Quebec machen; die Teenager erzählen Dän noch, dass sie die Texte praktisch nicht verstanden haben, dass sie jetzt aber noch fleißiger Deutsch lernen wollen (ja, ja...) und dass wir unbedingt mal in Quebec City auftreten müssen. Dann singen sie ihm noch ein Ständchen mit dem Text: „Ich bin Ausländer und kann kein deutsch, kann kein deutsch, kann kein deutsch, bitte sprich doch langsam, bitte sprich doch langsam, danke schööön!“ vor. Das ist einen Applaus wert.

Schließlich bewegt sich noch ein rund fünfundzwanzigköpfer Tross (nur Eddi geht aus gesundheitlichen Gründen schlafen) in die „P’tit Bar“, die ihren Namen nicht ohne Grund trägt. Es dauert eine Weile, bis alle Platz gefunden haben. Was folgt, ist der vielleicht schönste Abend der Tour, (sorry, Eddi...): Die Assistentinnen und Assistenten, Praktikanten und Angestellten des Goethe-Instituts, die DeutschlehrerInnen und überhaupt alle, die dabei sind, erweisen sich als ebenso nett wie unterhaltsam. Ein Chansonnier, wohl schon in den Fünfzigern und vom lieben Gott passender Weise mit unglaublich traurigen Augen ausgestattet, spielt und singt beinahe klischeemäßig melancholische französische Lieder, zwischendurch aber auch immer wieder fröhlichere Chansons, bei denen die gesamte Bar begeistert mitträllert (wobei unsere Textsicherheit allerdings auch bei Evergreens wie „Champs Elysées“ stark zu wünschen übrig lässt). Wenn unsere Unterhaltungen bisweilen zu laut zu werden drohen, bittet die superfreundliche Barkeeperin in breitestem Quebecois-Französisch um Ruhe für den Künstler, was auch umgehend befolgt wird.

Die Zugabe ist schließlich so schwungvoll, dass die Kneipenchefin plötzlich eine fünfminütige Tanzorgie anordnet, zu der auch Clemens und Ferenc beitragen müssen. Die Bar platzt aus allen Nähten. Wer nicht tanzen kann, klatscht den Rhythmus mit.

Schließlich kreist der Hut für den Künstler, und über die Einnahmen des heutigen Tages dürfte er nicht traurig sein. Aus dem Abend wird eine Nacht; als jemand der Barkeeperin erzählt, dass wir eine A-cappella-Gruppe sind, müssen wir auch noch mal ran – natürlich zu viert: „Mädchen lach doch mal“. Dän singt Eddis Stimme, das Mundschlagzeug fällt weg, Textsicherheit, Rhythmik und Intonation sind wohl schon im Hotel, Erik zum Glück auch, so dass wir kein Straftraining zu befürchten haben. Aber die anderen Leute in der „P’tit Bar“ sind auch schon fröhlich genug, um unsere Darbietung toll zu finden. Für den Rest der Nacht gibt es Freibier. Clemens zitiert, auf dem Stuhl stehend, noch zwei Gedichte über den „Ritter Fips“ von Heinz Erhardt, die von den Assistentinnen freundlicher Weise grob ins Französische übersetzt werden. Als wir im Hotel ankommen, essen die Menschen in Deutschland wohl schon ihr Knoppers.

Gesungen, getanzt und gelacht, die Nacht zum Tag gemacht: Was für eine Nacht!

Mittwoch, 23.10.


Die Abfahrt nach New York City haben wir ein wenig nach hinten verschieben müssen, aber heute und morgen sind wir ja ohnehin nur Touristen.

Die folgende Autostrecke ist die mit Abstand großartigste unserer Tour. Direkt hinter der kanadisch-amerikanischen Grenze – die Grenzkontrollen wirken immer noch einschüchternd, wenn man weiß, dass die Zollbeamten einem „einen richtigen Scheißtag bereiten können“, wenn sie sich danach fühlen (Ferenc) – beginnt das Naturgebiet des Adirondack Park und der Adirondack Mountains.

Die sehr bergige Landschaft, die Farbpalette der Bäume im „Indian Summer“, dazwischen immer wieder tiefblaue Seen, kleine Flüsse und Bäche: Eine Droge für die Augen. Die „Cruise Control“ wird auf automatische 70 Meilen eingestellt; zwischendurch sehen wir im Verlauf von einer Stunde vielleicht drei, vier andere Autos, mit denen wir uns unsere Hälfte des Highway Interstate 87 „teilen“ müssen; das Ganze bei unverschämt schönem Wetter. Das sind die besten unserer insgesamt per Auto zurückgelegten 2270 Meilen, und nie hatte der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ mehr Berechtigung als heute. Aber das Ziel heißt trotz aller Schönheit des Weges NYC!

Und New York City hat für uns an diesem Tag etwas Besonderes zu bieten: Wir befinden uns auf dem Weg zur Staten Island Ferry. Denn Sari meint, mit dieser Fähre können wir „für nur 50 cents pro Nase“ einmal an der Freiheitsstatue vorbei zur Staten Island fahren und „tolle Fotos von Manhattan machen“. Ein Schnäppchen! Da fällt uns auf einmal das folgende Schild auf: „New York Heliport“. Und wir stellen uns die Frage: Was würde so ein Helikopter-Rundflug eigentlich kosten?

Keine Viertelstunde später kennen wir die Antwort: Wesentlich mehr als eine Überfahrt mit der Fähre. Aber wird sich jemals wieder so eine Gelegenheit bieten? Manchmal muss eben die Vernunft vom Portemonnaie besiegt werden. Also raus mit der Kohle, und rein in den ´Copter!

Nach dem Einstieg (Eddi und Sari sitzen hinten, Erik und Clemens vorne – Dän und Ferenc verpassen im Hotel diese einmalige Chance) spricht Clemens den Piloten an: „Wenn Sie möchten, können Sie uns gerne zeigen, was die Maschine so hergibt. Wir schrecken vor scharfen Kurven nicht zurück!“ Der lässt sich das nicht zweimal sagen.

Zuerst zeigt er uns die schönsten Aussichten über Manhattan, die sich uns bisher geboten haben. Straßenschluchten aus der Vogelperspektive – für uns buchstäblich erhebend. Dann wendet er – aber sehr plötzlich, so wie Clemens es anfangs erbeten hatte. Die Maschine steht dabei quasi auf der Seite. Wir juchzen wie auf dem Jahrmarkt. Dann geht es an der Statue of Liberty vorbei, auch hier ist eine scharfe Kurve angesagt. Kurz vor der Landung rutscht uns allen nochmal der Magen bis in den Kehlkopf hoch, denn der Pilot lässt den Hubschrauber so sacken, als wäre der Rotor ausgefallen. Dann bringt er jedoch die Maschine sicher aufs Landungsfeld herunter, und wir steigen glücklich aus. Die nächste halbe Stunde kann sich keiner von uns das glückliche (und leicht dämliche) Grinsen vom Gesicht wischen. Die teuerste Achterbahn der Welt! Das war’s definitiv wert.

Dennoch steht nun ein Besuch bei Ground Zero auf dem Programm. Einige von uns kannten aus früheren New-York-Besuchen das World Trade Center. Aber auch auf die anderen wirkt die große, leere Fläche bedrückend. Schrammen an umliegenden Gebäuden weisen immer noch auf die Katastrophe hin, die ein gutes Jahr zurückliegt. Alle Besucher wirken zurückhaltend, einige haben Tränen in den Augen.

Später ist es dunkel geworden. Noch einmal wollen wir hoch über Manhattan schweben – wir betreten das Empire State Building. Die Warteschlangen sind kürzer als am Tag, aber die Aussicht ist nachts mindestens so beeindruckend. Die Lichter der Stadt reichen meilenweit, die Luft ist klar, der Blick fantastisch. Unter uns brummt der „Big Apple“, das Rauschen des Molochs wirkt unaufhaltsam und mächtig, obwohl wir 330 Meter darüber schweben.

Wieder unten: Eine italienische Pizzeria stillt unseren kollektiven Hunger. Zumindest kulinarisch. An einer italienisch-stämmigen Besucherin können wir uns hingegen kaum sattsehen. Sari nimmt einen Schluck Orangensaft und kommentiert ihre langen Beine. Als Erik, sein zwei Meter großer Zimmerkollege, daraufhin bemerkt: „Freu dich doch - lange Beine wirst du heute nacht im Hotelzimmer noch sehen“, muss Sari so lachen, dass er ungefähr 35ml Saft homogen über den Tisch vor ihm verteilt. Schön, wie wir Kölner immer wieder einen guten Eindruck im Ausland hinterlassen!

Der Abend endet in der „55 Bar“ in der berühmten Christopher Street. Dort tritt die Band „Ballin’ the Jack“ auf, die alte Duke-Ellington-Hits neu interpretiert. So neu, dass die Hälfte der ursprünglichen Zuhörer nach einem halben Set die Kneipe verlassen hat. Uns gefällt die Musik, sie scheint jede Menge Humor zu haben. Ein Beispiel? Andere Musiker beenden den Schlussakkord mit einem auffälligen Luftsprung. Der Saxofonist dieser Band lässt lieber einen Klo-Stopfer auf den Boden fallen; im Moment des Aufschlags ist das Stück vorbei. Touché.

Wieder einmal haben wir es verstanden, Arbeit und Urlaub zu verbinden. Was für eine Tour.

Donnerstag, 24.10.

Ein weiterer freier Tag im „Big Apple“: Was will man mehr? Nach so einer intensiven gemeinsamen Zeit ist es schön, mal nicht mit allen anderen gleichzeitig zusammen sein zu müssen. Ferenc und Eddi bringen den Wagen zurück und essen einen bis zum Anschlag gefüllten Bagel. Dän geht „shoppen“. Erik und Sari lassen noch einmal die Straßenschluchten auf sich wirken. Und Clemens liest eine Stunde lang in der Hotellobby sein Buch, weil Ferenc ihm „12 Uhr“ gesagt hatte, obwohl der Treffpunkt erst um 13 Uhr war.

Mittags wollen die meisten ins Guggenheim-Museum. Einzig Ferenc zieht es vor, andernorts dem Konsum zu frönen – aber er kennt das Museum auch von einem früheren Besuch. Als die anderen es schließlich dorthin geschafft haben, ist es geschlossen, wie immer donnerstags. Eigentlich hätten wir das wissen können, wenn wir auf unserem Infoblatt nicht nur die Ermäßigungsbedingungen, sondern auch die Öffnungszeiten beachtet hätten. Der Frust ist nicht gering. Doch es soll nicht das letzte Mal bleiben, das wir an diesem Tag unsere Pläne umstellen müssen.

Zum Glück ist das Goethe-Institut nur wenige Blocks entfernt, und noch einmal dürfen wir den wunderbaren Konzertsaal nutzen, diesmal für eine Probe. Neue Stücke stehen auf dem Programm, denn noch immer sind die CD-Aufnahmen nicht ganz abgeschlossen: Im November werden wir noch einmal ein paar Tage ins Studio gehen. Sollte die geneigte Leserschaft sich jemals den Titel „Du Doof!“ anhören, wird sie sich vielleicht daran erinnern, dass dieser Song in New York geprobt wurde.

Für den Abend haben wir uns einen Besuch beim Musical „Stomp“ vorgenommen. Die Karten kauft man am Besten an der Abendkasse, haben wir erfahren. Nach einer langen Fahrerei sind wir endlich am Theater. Dort verlangt man 60 Dollar pro Kopf. „Nein, auf gar keinen Fall. Also 60 Dollar zahle ich niemals für eine Konzertkarte!“ – Worte unseres Gesangscoaches Erik, der nun mal gebürtiger Schwabe ist. Aber auch den WISE GUYS kommt der Eintritt recht saftig vor, und man verlegt sich erst mal in den nächsten „Starbucks“, um bei einem ordentlichen Kaffee einen Alternativplan zu erstellen.

Dort treffen wir rein zufällig die New Yorker Fotografiestudentin Kris, die wir erst sechs Tage vorher bei unserem Konzert kennengelernt haben. Sie ist mit zwei Deutschen unterwegs. Es kristallisiert sich die Idee heraus, einmal in New York Straßenmusik zu machen. „Back To The Roots” sozusagen. Kris empfiehlt uns den Times Square, wo man oft Straßenmusiker findet.

Das häufige Durchqueren von Manhattan scheint heute unser Schicksal zu sein. Mit der U-Bahn fahren wir zum Times Square und suchen dort nach einem geeigneten Auftrittsort, wobei wir zunächst einige andere Künstler beobachten, u.a. einige muskulöse Breakdancer (der Junge ist fünf Jahre alt). Schließlich legen wir los, einige Zuhörer bleiben bei „Charlie Razzamatazz“ stehen. Wir freuen uns darüber, dass es vor allem Schwarze sind, denen diese Jazz-Hommage zu gefallen scheint. Bei allem Spaß: Das Donnern der U-Bahnen ist hier zu laut, und wir ziehen nach zwei Songs weiter.

Der Times Square hat neben unwahrscheinlichen Leuchttafeln und Menschenmassen unter anderem auch einen großen Spielwarenladen zu bieten, den wir jetzt besuchen. Dort entkommen wir nur knapp einem von einem sadistischen Kleinkind ferngesteuerten Superkaninchen (Foto: T-Rex) und beschließen, uns eine gemütliche Bar zu suchen. Nach einer halben Stunde Suche in der Umgebung des Times Square erläutert uns die New Yorkerin Kris, dass Kneipen und Bars eher in der Gegend zu finden sind, in der wir uns eine Stunde vorher aufgehalten haben. Also zurück in die U-Bahn? Pustekuchen: Die Station ist geschlossen.


Wir versuchen, ein Taxi anzuhalten. Etwa 20 Taxen fahren an uns vorbei, weil sie besetzt sind. Es fängt an zu regnen. Die Stimmung ist an einem Nullpunkt angekommen. Wir sind kurz davor, uns auf die Straße zu werfen und einen Autofahrer zu zwingen, uns mitzunehmen. Da hält eine lange weiße Stretch-Limo neben uns, und der Fahrer fragt, wo wir hinwollen. Er bietet uns an, uns alle (also neun Personen) für 45 Dollar dorthin zu bringen. Tja, wenn nichts mehr klappt, wird alles gut. Denn diese Gelegenheit wird sich (ähnlich dem Hubschrauber-Rundflug) nicht so schnell nochmal bieten. Wir schlagen zu und genießen 20 Minuten Fahrt durch New York City aus der Perspektive von Superstars. Die Musikanlage drehen wir natürlich bis zum Anschlag auf.


Und dann findet der Abend tatsächlich noch einen glücklichen Abschluss. Die Bar „Telephone“ bietet uns für die nächsten drei Stunden eine feucht-fröhliche Heimat. Das Bier schmeckt so gut, dass Dän, Erik und Eddi in der Nähe des Hotels noch im „Deli“ ein paar Dosen kaufen und im Zimmer weiterfeiern, während Jay Leno im Fernsehen läuft. Die Nacht wird dementsprechend kurz.


Freitag, 25.10.

Unsere letzte Reise innerhalb der USA legen wir mit dem Zug zurück: „Amtrak“ heißt der und ist eigentlich nicht besonders spannend; interessant ist lediglich, dass man trotz vorherigen Fahrkartenbesitzes nicht einfach einsteigt, sondern ähnlich wie am Flughafen eincheckt.

Auch die Strecke von New York City nach Washington D.C. ist landschaftlich weit weniger weniger spekatakulär als vieles, was wir zuvor haben sehen dürfen. Eine gute Gelegenheit also, sich während der knapp 3,5 stündigen Fahrt von den „Strapazen“ Manhattans zu erholen.

Wir müssen zugeben, dass auch wir uns der Sniper-Hysterie, also der Aufregung um den Heckenschützen im Großraum Washington, nicht ganz haben entziehen können. Dass das Killerduo einen Tag vor unserer Ankunft endlich gefasst wird, kommt natürlich zu spät, aber man spürt, dass das ganze Land aufatmet, trotz aller Trauer um die Opfer. Viele Menschen waren tagelang nicht mehr auf der Straße, jetzt kehrt das Leben zurück.

Nach Washington D.C. zu fahren, ist für uns beinahe schon vertraut; wir haben bei unserem ersten Konzert dort im November 2001 viele nette Leute kennen gelernt, zum Teil sogar Freunde gewonnen. Einer von ihnen ist Mohammed Esa.

vor 06.04.2009: Nit esu joot

Anette und Rüdiger Dewitz haben uns wieder ein kleines Video zusammengestellt, das einen nie aufgeführten WISE-GUYS-Song zeigt: Nit esu joot, der ultimative Karnevalskracher der Saison 478 v. Chr.
(ACHTUNG! Die Datei ist gute 30 MByte groß (90 Minuten Download mit normalem Modem, 6 Minuten mit DSL)
Viel Spass damit!

vor 06.04.2009: 3.-7.12.: Die WISE GUYS sind wieder unterwegs:

Leipzig, Dresden, Berlin, Mainz!

ganzen Beitrag lesen

Leipzig, Dresden, Berlin, Mainz!

Der Dezember ist wieder ein Reisemonat für uns. Für die WISE-GUYS-Shows in dieser Woche in Leipzig, Dresden, Berlin und in Mainz (in dieser Reihenfolge am 3., 4., 5. und 6.12.) gibt es noch Karten, allerdings nicht mehr viele.

Die genauen Infos findet Ihr wie immer unter "Konzerte" (zweiter Menüpunkt oben links).

Um mögliche Unklarheiten zu beseitigen:
- Unser Konzert in Berlin im "Tränenpalast" ist ein Stehkonzert; wir rechnen mit bis zu 900 Zuschauern. Der Afterglow dürfte diesmal leider ein wenig kürzer geraten, weil wir am nächsten Morgen früh nach Mainz aufbrechen müssen.

- Die Show in Mainz findet in der "Phoenixhalle" statt und nicht (wie unsere früheren Konzerte dort) im kleineren "Frankfurter Hof".







vor 06.04.2009: Die Bilder von unseren Tanzbrunnen-Konzerten 2002

ganzen Beitrag lesen

Es hat jetzt doch ein paar Tage gedauert, bis die Fotos unserer Tanzbrunnen-Konzerte digital verfügbar waren - außerdem waren und sind wir im Tour-Stress (z.B. morgen in Göttingen und am Montag, 10.6., im Theater des Westens in Berlin), aber was lange währt, kommt ja bekanntlich dann doch irgendwann auf die Homepage. Hier also ein paar visuelle Eindrücke von unserem Konzert-Highlight des Jahres - vielen Dank für die geile Atmosphäre an die insgesamt über 14.000 Zuschauer! Die Aufnahmen entstanden beim Samstagskonzert, das über 9.000 Menschen verfolgten.
Nächstes Jahr wieder an gleicher Stelle, ungefähr selbe Zeit (Ende Mai), denn das Wetter hat ja wieder mal mitgespielt...


Ein Blick auf die halblinke Seite des Publikums, von der Bühne aus gesehen.


Der hingebungsvolle Background-Chor bei "Das wär's gewesen".


Romantische Gegenlichtaufnahme - keine Ahnung, was wir hier gerade machen.


Ferenc bei "Probier's mal mit 'nem Bass"...


...und die direkte Reaktion einiger Fans, die glauben, Ferenc zu lieben. Außerdem will jemand das "Auto-Lied" hören, ohne dass wir wissen, welcher Song gemeint ist. "King of the Road" war es jedenfalls nicht.


"Keine Ahnung, wann ich eingeschlafen bin,
ich weiß nur noch: Die Vögel sangen vor sich hin..."
Die zweite Strophe von "Was für eine Nacht".


Schwenk aufs Publikum, diesmal von rechts.


Hierbei muss es sich um Clemens bei "Meine heiße Liebe" oder "Mädchen lach doch mal" handeln.


"Das wär's gewesen" - Hauptsache, die Frisur hält.


Eddi sagt "Sing mal wieder!"


Reduzierte, aber extrem wirksame Bühnengestik bei Sari und Ferenc.


Deutlich an der Mundstellung zu erkennen: Sari singt "duuuu duuuu duuuu duuuu", also seine Backgroundstimme von "Oh Scheiße".


"...bis ich den bösen Fehler mach'...


...und sage etwas Dummes wie...


...rasier' dich!"


Und Action!


Yeeeaah!


Clemens mit Rückenproblemen bei "When I'm 64".


"Sag mal, habt ihr eigentlich noch Spaß auf der Bühne??!?"


"Jetzt ist Sommer".


Auf der Rückseite steht vermutlich das sagenumwobene Rezept.


Dän als Aushilfs-Bass bei "King of the Road".


Bitte einmal umdrehen für die Fotografen...


"Köln ist einfach korrekt".


Der Blick von der ersten Reihe...


...und der Blick von ganz weit hinten.


Haben wir uns nicht schon mal irgendwo gesehen?


"Ich will einmal im Leben...


...Deutscher Meister sein!"





Wer sich hier wieder erkennt, darf sich das Bild ausdrucken.


Die Kleineren bitte nach vorne!


"Geschafft! Das war geil mit euch - vielen Dank...


...uuuuuund tschüss!!! Nächstes Jahr, selbe Zeit"






Seite 34 von 45 Seiten