On the road again!
Die neue Fotostory
Es ist allgemein bekannt, dass wir ohne Instrumente singen, unheimlich viele Touren und Konzerte machen, von Ort zu Ort reisen und früher alle mal in der selben Schulklasse waren. Außer Ferenc.
Die allerwenigsten Menschen scheinen jedoch zu wissen, über wie viele Dinge wir uns bei den WISE GUYS Gedanken machen müssen - sogar dann, wenn wir auf Tour sind. Wir fünf sind eigentlich ununterbrochen damit beschäftigt, zu denken. Vorletzte Woche ist es uns passiert, dass wir vor lauter Denkerei plötzlich alle vergessen hatten, über was wir gerade nachdachten. Da es mir aber jetzt wieder eingefallen ist, möchte ich die geneigte Leserschaft an dieser Stelle, unterstützt durch die klassischen Fotobeweise, schonungslos über die "Denkfabrik WISE GUYS" aufklären.
Zum Beispiel denkt Sari permanent darüber nach, ob man nicht gelegentlich moderne Klassiker der Literatur...

...in unsere Show einbauen sollte.
Eddi grübelt schon seit Ende der Neunziger Jahre darüber nach, wie er einen Weg finden könnte, uns zu überzeugen, ihn mit seinem Lieblingshut auf die Bühne zu lassen...

...bislang allerdings ohne jeden Erfolg.
Clemens hingegen forscht pausenlos an Optimierungsmöglichkeiten für...

...unseren Bühnensound und ist diesbezüglich immerhin bereits im frühen 20.Jahrhundert angekommen; noch erfolgreicher sind jedoch seine Forschungen...

...bezüglich der Lichtshow bei unseren Konzerten.
Mein persönliches Hauptnachdenkgebiet ist die Frisurenfrage: Wie schaffen wir es, endlich Sicherheit...

...in unsere Dauerwellen zu bekommen?
Auch Ferenc steht gedanklich rund um die Uhr voll im Saft.
Die Tatsache, dass wir auf Autobahnraststätten permanent von Kamerateams belagert werden, hat ihn dazu bewegt, verschiedene perfekte Tarnungs- und Verkleidungsvariationen zu erarbeiten. Auf diesem Gebiet hat er es inzwischen zu einiger Perfektion gebracht...

...und ist für das nicht-geschulte Auge auf diesem Bild überhaupt nicht mehr zu erkennen.
Darüber hinaus gibt es natürlich noch zahlreiche Kreativprojekte, an denen wir alle gemeinsam arbeiten. So haben wir beispielsweise die "WISE-GUYS-Freizeitplanungskomission" gegründet, die Ideen entwickeln soll, wie wir auf unseren Touren jenseits der Konzerte noch viel mehr Spaß haben können, indem wir gemeinsame Erlebnisausflüge gestalten. Auch hier gibt es bereits erste Erfolge,...

...denn wir haben seitdem schon einige unvergessliche gemeinsame Nachmittage zusammen verbracht.
Sari und Eddi bilden nebenbei die "AG Merchandise-Improvement". Erste Früchte ihre Brainstorming-Meetings, die häufig viele Minuten dauern, sind die Konzepte, das Fanartikel-Sortiment der WISE GUYS auszubauen und die neuen Produkte schon...

...vor den Konzerten persönlich an der Abendkasse zu verkaufen,...

...beispielsweise Schuhe, mit denen man...

...auch telefonieren kann oder...

...Früchte oder so...

...auf jeden Fall Produkte, die Jung und Alt garantiert viel, viel Spaß machen werden.
Zusätzlich zu dieser ganzen Denkerei stellen wir fünf uns natürlich auf unseren Touren tausende von Fragen, die eher in den philosofischen Bereich gehen. In Köln haben wir uns gefragt, warum Kinder...

...häufig keine Lust haben, sich unseren Jetbag mal von innen anzusehen, in Zürich fragten wir uns warum diese Kuh...

...so merkwürdig temperamentlos wirkt, in Hamburg war es für uns unerklärlich, warum ich die Kamera schief halten musste,...

...obwohl der Bahnhofsturm sowieso schon total schief ist, und warum es fünfundzwanzig Minuten dauert, bis man in dieser Metropole und Weltstadt...

...ein klappriges Großraumtaxi bekommt,...

...ob Rapperswil tatsächlich die Hauptstadt der Schweizer Sprechgesangsszene ist, und schließlich fragen wir uns häufig besorgt, ob es Menschen gibt, die man mit so wenig Substanz so leicht unterhalten kann...

...wie uns.
Es war für uns als Kölner ein echter Schock: Am Morgen nach dem Konzert in München war unser Auto eingeschneit und absolut unbenutzbar.

Zwar hätte man den Wagen wohl ausparken können, aber die Windschutzscheibe war voller Schnee, so dass man später entgegenkommende Fahrzeuge unmöglich hätte sehen können. Für Sicherheitsfanatiker wie uns natürlich völlig undenkbar.
Deshalb begannen bei uns sofort zahlreiche Diskussionen über alternative Fortbewegungsmittel. Wie würden wir das Reisen von einem Konzertort zum nächsten sicherer, interessanter, abwechslungsreicher, komfortabler und ökologischer gestalten können - mit anderen Worten:

Wie können wir optimal reisen?
Das Brainstorming fing damit an, dass Eddi gut gelaunt in den Backstagebereich geritten kam...

...und uns fragte, warum wir unsere Touren nicht komplett reitend absolvieren sollten. Die Begeisterung von uns anderen hielt sich zunächst in Grenzen, was aber auch daran lag,...

...dass wir gerade alberne Hüte tragen mussten, weil unser Toningenieur Dr.Reinhard Klose uns das befohlen hatte.
Eddi beschloss darauf hin, zur Polizei zu gehen.

Auf der Wache wollte er die Beamten fragen, ob wir uns für unsere Touren eines dieser schicken Polizeifahrzeuge ausleihen könnten - nicht zuletzt, weil wir uns durch konsequente Nutzung von Blaulicht und Martinshorn bei unseren Touren erhebliche Zeitvorteile würden erarbeiten können.
Die Polizisten reagierten nicht unfreundlich, behielten Eddi aus Prinzip eine Nacht bei sich...

...und machten ihm anderntags deutlich, dass sie ihre Autos irgendwie selbst brauchen. Immerhin gaben sie ihm ein Alternativfahrzeug,...

...das jedoch aus Designgründen bei uns auf wenig Gegenliebe stieß.
Clemens hatte in der Zwischenzeit in der Garage seiner Nachbarn zwei Hightech-Räder aus Styropor und Sperrholz gezimmert und schlug vor, wir sollten künftig zu unseren Shows rollen. Jedoch erwies sich beim ersten Testlauf,...

...dass er die Größe falsch berechnet hatte.
Sari wusste derweil zu berichten, dass sein neues Motorrad auch keine vernünftige Lösung darstelle, weil er damit in Autobahnraststätten...

...immer so schräg angeguckt werde.
Währenddessen quälte Eddi sich mit der Frage herum, was denn eigentlich dagegen spräche, mit dem Zug zu fahren.

Bis ihm endlich wieder eingefallen war, dass die Verbindungen und Anschlusszüge der Deutschen Bahn nicht immer perfekt aufeinander abgestimmt sind (siehe die Fotostory über unsere Fahrt nach Dresden im Dezember 2000), hatte Eddi seinen Umsteigebahnhof verpasst und musste zu Fuß zur Probe laufen.
Wehmütig dachten wir an die Zeiten zurück, als Ferenc, Clemens und ich...

...noch mit diesem BGS-Hubschrauber zu den Konzerten gebracht wurden...

...während Eddi und Sari aus Platzgründen auf ihr Faltboot zurückgreifen mussten.
Passend zur melancholischen Stimmung intonierte Sari das Lied von dem Mann, der seine Gitarre...

...in der Waschmaschine vergessen hatte.
Plötzlich ging ein Ruck durch die Band: Wir beschlossen, wegen unserer Reiseprobleme nicht in Trauer zu verfallen, sondern den Schuldigen innerhalb der Gruppe zu suchen und zu bestrafen. Solche Prozesse stärken die Gruppendynamik und das Selbstwertgefühl (mit Ausnahme des Schuldigen, versteht sich).
Wir begaben uns also in Münchener Schneetreiben. Zunächst - einer stillen Übereinkunft folgend - baten wir Sari unter einem scheinheiligen Vorwand, Fotos vom winterlichen Panorama zu machen, und überzogen in mit einer ordentlichen Ladung Schneebälle.

Die größte Wirkung erzielte dabei Clemens' Geschoss (im Bild oben links, allerdings schon sehr stark im Senkflug befindlich...).
Plötzlich änderte sich die Gruppenstimmung schlagartig. Sari überzeugte die anderen davon, dass es meine Schuld sei, dass unser Previa eingeschneit sei,...

..weil ich angeblich immer so unvorsichtig tanke.
Clemens, Ferenc und Eddi sprangen sofort auf Saris Intrige an. Der Band-Zorn richtete sich unverhofft gegen mich.
Mit einem Perfiden Schachzug überredete Sari mich dazu, mich "für ein schönes Foto" mal vor die hübsche Wand zu stellen. Ich willigte ein...

...was ich jedoch recht flott bedauerte, weil ich unter standrechtlichen Dauerbeschuss genommen wurde,...

...und die mangelnde Zielfähigkeit meiner geschätzten Freunde in Anbetracht der von ihnen gewählten Wurfdistanz...

...nicht weiter ins Gewicht fiel.
Immerhin: Die Gruppenseele hatte ihren inneren Frieden zurück. Für mich kam Sekunden später der erlösende Anruf des deutschen Wetterdienstes auf Eddis Handy:

Tauwetter in Bayern! Ersten Prognosen zufolge dürfte unsere Windschutzscheibe schon in wenigen Augenblicken wieder frei sein!!! Als wir das Auto drei Minuten später erreichen, stellen wir fest, dass die Wetterfrösche nicht gelogen haben: Der Schnee ist weg, und zum ersten Mal in der Geschichte der WISE-GUYS-Fotostories gibt es ein echtes Happy End:

Wir beschließen feierlich, unser Auto nie wieder im Schnee stehen zu lassen, schwören uns ewige Freundschaft, schreiben spontan einen frühlingshaften Gedichtband und fahren schließlich alle zusammen...

...mit dem Zug nach Hamburg. Ende gut, alles gut!
Ende*
(*gut)
| So., 20.05.2012 | Stuttgart |
| Fr., 25.05.2012 | Wuppertal |
| Do., 31.05.2012 | Trier |
| Fr., 01.06.2012 | Saarbrücken |
| Mi., 20.06.2012 | Lübeck |










