Die “Frei!”-Albumtour 2008: Das Tagebuch
23. Tag: Mannheim (Dienstag, 11.3.08)
Dän schreibt:
Die Lage wird kritisch. Zwar ist die Fahrt von Würzburg nach Mannheim zum Glück nicht so schrecklich weit, aber dennoch macht sich allmählich Langeweile im Van breit. Der Grund: Das Pralinen-Schach-Spiel ist unvollständig, wir müssen uns irgendwas Neues ausdenken. In unserer Not probieren wir es mal mit "Reden". Das geht so: Einer von uns sagt etwas zu einem bestimmten Thema. Die Anderen hören zu. Wenn der erste Redner fertig ist und einem der Anderen etwas einfällt, so äußert der sich ebenfalls. Diesen Kommentar kann dann wieder jemand Anderes aufgreifen und etwas dazu sagen. Nach etwas zähem Beginn entwickelt sich tatsächlich nach einiger Zeit eine Art "Gespräch". Tolle Sache! Auf Dauer allerdings sicher keine Alternative zu PSP und Pralinenschach.
22. Tag: Würzburg (Montag, 10.3.08)
Eddi schreibt:
Gestern auf der Reise von Heidelberg nach Würzburg gab es eine kleine historische Premiere in unserem Van. Mit großen Auswirkungen auf die Geschichte der Brettspiele. Und zwar erfanden wir gestern Pralinen-Schach.

Sahr und Hüneke, die Erfinder des Pralinen-Schach.

Das Pralinen-Schachbrett.
Die Spielregeln sind vergleichsweise einfach. Es beginnt stets Braun. Hüneke setzt die klassischen Zartbittereröffnung ein.

Schon nach wenigen Spielzügen ergibt sich für Sahr eine taktisch verzwickte Situation, ...

... aus denen nur ein großer Stratege wie er...

... einen Ausweg findet (Trüffel D2-E3, Hünekes Mokka in der Zwickmühle).
Hüneke setzt zum Gegenschlag an (Nougat F3 schlägt Sahrs Marzipan D6)...

...unterschätzt jedoch Sahrs unkonventionelle “Caramel-Nougat-Taktik”...

... und muss seine Vollkirsch-Tollkirsch-Praline opfern.

Spiele-Erfinder Dän bei einem Exklusivinterview in seinem Feriendomizil in Südfrankreich: “Ganz sicher eines der besten Pralinen-Spiele dieses Jahres.”

Prost!
Zum Abschluss noch ein Bilderrätsel.
Was ist das?

(Lösung:
weiter unten...
noch weiter unten...
gleich kommt die Lösung...
und zwar......ist die Lösung...PRALINENSCHACH-TEL.
Eigentlich möchte ich noch etwas Ernsthaftes erzählen. Das mache ich in meinem privaten Gästebuch.
Beste Grüße an Euch alle, Euer
Eddi
21. Tag: Würzburg (09.03.08)
Sari schreibt:Heute haben wir einen freien Tag in Würzburg. Das heißt Clemens, Eddi und Dän sind in Würzburg, während Ferenc und ich den freien Tag zu Hause verbracht haben. Ja, nach der langen Zeit auf Tour brauchten wir endlich mal wieder etwas Zeit für uns – nur Ferenc und ich. Drei Stunden langweiliger Autofahrt später hat uns auch das wieder gereicht und wir sind jeweils zu unseren Familien gefahren.
Würzburg ist übrigens ein schönes, überschaubares Städtchen mit studentischem Flair. Auf einem der Weinberge, die die Stadt umschließen, liegt eine Art Schloss oder Burg. Erstaunlicherweise heißt die nicht „Würz-Burg“ sondern „Festung“ – wie inkonsequent! Wir nennen den Sakralbau in der Nähe unseres Hauptbahnhofs ja auch „Kölner Dom“ und nicht einfach: „Kirche“. Denkt mal drüber nach, liebe Würzburger. Fehlt euch als Würzburger ohne eine Würz-Burg nicht etwas? Mal ehrlich, mich würde das in eine Identitätskrise stürzen. Oder gibt es die Würz-Burg womöglich doch, und ich habe sie lediglich noch nicht entdeckt, weil sie sich schüchtern hinter einem Weinblatt versteckt? Das würde mich jetzt echt mal interessieren. Wenn ihr mir weiterhelfen könnt, bitte eine kurze Mail an (Javascript muss aktiviert sein, um diese -MAil-Adresse zu sehen) senden. Ich bin schon ganz gespannt, wann Ferenc mich in seiner freundlich bestimmten Art anranzen wird, weil ich euch schon wieder auffordere, ihm Mails zu schreiben.
Unseren Tontechniker Igor hat Würzburg übrigens in Österliche Stimmung versetzt:

Kommentare zu diesem Bild bitte direkt an Igor mailen unter: (Javascript muss aktiviert sein, um diese -MAil-Adresse zu sehen).
Ts, ts, ts,
euer Sari
P.S.: Kleiner Nachtrag: Am freien Tag in Friedrichshafen (06.03) waren Eddi und ich abends im Kino und haben „8 Blickwinkel“ gesehen. Ein sehr packender Film mit sehr starkem Spannungsbogen. Wäre Eddi eine Frau und sähe etwas besser aus, hätte ich mich bei ihm auf den Schoß gesetzt, so spannend war der Film!
20. Tag: Heidelberg (8.3.08)
Ferenc schreibt: Ein fast normaler Tag in Heidelberg. Da mein ältester Sohn am nächsten Tag acht wurde und wir einen freien Tag hatten, hatte ich mir ein Auto gemietet um nach dem Konzert nach Hause zu fahren. Das Auto hatte ich dann auch in Heidelberg abgeholt und im Anschluss daran meine Kollegen zum Hotel geführt. (Als Erklärung: Da unser neuer Van noch kein Navi hat, benutzen wir mein Handy mit GPS um uns zu leiten)
Ohne Hotelzimmer hatte ich mich dann auch recht schell entschlossen zur Halle zu fahren um dort etwas zu arbeiten. Mein bis dahin unfehlbares Navi-Handy führte mich auch zuerst perfekt in die richtige Richtung. Leider machte es ca. 50m vor der Halle einen Fehler. Oder habe ich es falsch verstanden? Anstatt auf den Parkplatz der Halle 02 zu fahren bog ich noch einmal rechts ab und befand mich auf einer Art Einfahrt, wo es nur noch vorwärts ging. Zurück konnte ich nicht da Autos hinter mir fuhren. Die Strecke endete (zumindest dachte ich das) beim TÜV. Eine Art von Garage (vorne und hinten offen) wo Platzeinweiser die Autos in vorgesehene Buchten dirigierten.
Komisch kam mir allerdings vor, dass die Jungs vom Tüv Uniformen trugen.
Als ich an der Reihe war wollte ich erklären, dass ich mich leider verfahren habe und die Halle 02 suche. Der Satz „Good morning sir, your id please!“ ließ mich dann allerdings stutzen.
Ich stammelte: „Ähm sorry i think i took a wrong turn...ähm.“ Worauf der nette Uniformierte sich umdrehte und zu einem anderen Uniformierten rief: „Oh Jesus......Christian, here is another one...“ Der nette Christian, der auch perfekt Deutsch sprach, ließ sich von mir meinen Perso aushändigen. Dann sollte ich rechts ran fahren und aussteigen. Hierzu sei gesagt, dass ich hier schon auf Betriebstemperatur (Insider für: Leichtes anschwellen des Halses) war.
Auf meine Frage, wo ich denn hier wäre und was denn eigentlich los ist, sagte er mir: „Das hier ist Sperrgebiet, United States Army! Bitte öffnen Sie den Kofferraum.“ Das war dann der Moment wo ich einfach, entgegen meiner üblichen Art, den Mund hielt und bedingungslos gehorchte. Vielleicht hatten sich meine alten „Marine-Gene“ aktiviert?
Ich will jetzt auch nicht übertreiben, denn nach einen kurzen Blick ins Wageninnere und in den Kofferraum durfte ich wenden und das Sperrgebiet wieder verlassen.
Als kleinen Bonus erklärte er mir sogar den Weg zur Halle und wünschte mir noch einen schönen Tag.
Fazit: Vertraue niemals blind deinem Navi!
Wir hatten ein sehr schönes Konzert in Heidelberg, und vorher hatte ich auch noch Zeit die neuen Liedtexte online zu stellen.
19. Tag: Mainz (Freitag, 07.03.2008)
Clemens schreibt: Junge Junge... ein voller Tag. Die erste gemeinsame Aktion war ein Besuch bei hr3 in Frankfurt. Die Moderatorin Minou ist ganz anders als man von ihrer Stimme im Radio her vermuten würden, kommt aber auf beide Arten sehr nett rüber. Wir sind eine volle Stunde im Studio und reden über “Frei!”. Über eine Webcam sind wir auch zu sehen, und das verleitet den Eddi natürlich zu allerlei “Spökes”, bis er von Ferenc zur Vernunft gebracht wird. Im Vorfeld durften wir uns für den Besuch Getränke wünschen, und Sari bekommt tatsächlich seinen Kirsch-Bananen-Saft. Ich hatte das ganze nicht mitbekommen, sonst hätte ich den hessischen Rundfunk mit “Caipirinha” ins schwitzen gebracht. Insgesamt ein netter Sender! Danach geht es ab ins Auto und nach Mainz, wo wir ein extrem schickes Hotel beziehen. Wie immer bleibt leider nur wenig bis gar keine Zeit, das zu geniessen, denn wir müssen los in die Phönix-Halle. Das Konzert ist teilbestuhlt. 2500 Leute sind da und es geht ziemlich die Post ab. Nach dem Konzert bin ich tot und muss dringend ins Bett. Mein Tag hatte allerdings auch ganz früh mit einem Workshop in einer Darmstädter Schule begonnen. Liebe Grüße an Doscha und Tim vom Ludwig-Georgs-Gymnasium, die das ganze organisiert haben.
Am nächsten Tag geht es weiter nach Heidelberg. Die Tour geht allmählich in die Zielgerade. Noch 5 Konzerte bis zur Heimfahrt nach Köln. Es macht viel Spaß, aber wir freuen uns mittlerweile doch auch auf zu Hause.
18. Tag: Friedrichshafen und Mainz (Donnerstag, 06.03.08)
Clemens schreibt: Nachdem wir gestern abend ein sehr nettes Konzert in Friedrichshafen hatten, bin ich heute alleine auf dem Weg nach Mainz. Während die Kollegen sich einen freien Tag am Bodensee genehmigen, bin ich schon unterwegs um morgen ganz früh eine Schule in Darmstadt zu besuchen. Das macht wirklich Spaß. Den Bodensee durften wir gestern übrigens zum ersten Mal im Sonnenschein erleben. Dazu war es noch sehr klar, so dass man die Alpen auf der anderen Seite bestaunen konnte. Wunderschön, doch wenn ich da wohnte, würden mich die nahen Berge verrückt machen. Ich würde da immer hin wollen. Die "Berge" zu Hause im Bergischen können da nicht wirklich mithalten. Trotzdem freue ich mich mittlerweile tierisch auf daheim. Der Garten ist in den letzten Wochen explodiert. Die ersten warmen Tage warten....
17. Tag: München - Friedrichshafen (Mittwoch, 5.3.08)
Sari schreibt im Namen von Christoph Winkel (Tourmanager, LKW-Fahrer, Klassenlehrer und höchste moralische Instanz unseres kleinen Betriebsausfluges):„Bisher ist die Klassenfahrt ohne nennenswerte Störungen verlaufen, doch langsam geht mir das singende Personal gehörig auf den Keks. Der Musikunterricht heute in Friedrichshafen war wieder mal exemplarisch! Zeit für einen Klassenbucheintrag:
Dickopf stört den abendlichen Musikunterricht durch Zwischenbemerkungen, die er unaufgefordert in die Klasse ruft. Findet sich witzig – seine Mitschüler finden das auch. Sollte vielleicht Lehrer werden?

Ist witziger, als er aussieht: Dickopf mit Schalk im Nacken.
Husta sollte sich mündlich mehr beteiligen. Stille Wasser sind tief. Muss unbedingt mit seinen Eltern reden: Versetzung gefährdet!

Ein Mann, ein Wort. Aber wer wird Husta klarmachen, dass „ein Wort“ für seine mündliche Beteiligung nicht ausreicht?
Hüneke fällt durch eine rege mündliche Beteiligung auf, ist dabei aber albern und lässt eine gewisse sittliche Reife vermissen. Wahrscheinlich hochbegabt. Wird von seinen Mitschülern oft nicht verstanden und deshalb gehänselt. Vielleicht sollte ich den Schulpsychologen zu Rate ziehen? Wenn der mit mir fertig ist, kann er sich gleich um Herrn Hüneke kümmern.

Ping-Pang-Pong mit dem Psycho-Doc: Wird Hüneke nach 27 Jahren endlich sein Grundschulabschluss aberkannt?
Tewinkel ist der einzige, der diese Klassenfahrt wirklich ernst nimmt! Beteiligt sich rege, ist stets bemüht, pünktlich und sauber. Seine mündlichen Beiträge sind stets auf den Punkt und inhaltlich korrekt. Er lässt jedoch starke Gemütsschwankungen erkennen: Von tieftraurig bis stinksauer.

Klassenprimus Tewinkel in einem seiner seltenen Momente: tieftraurig und stinksauer zugleich!
Sahr springt ständig über Tische und Bänke und lenkt dadurch die Klasse vom Thema ab. Er versucht damit (zum Glück erfolglos!) die Aufmerksamkeit seiner Mitschülerinnen zu erregen. Wenn der nicht langsam aus der Pubertät kommt, schick ich ihn zum Amtsarzt.

Kein schöner Anblick: Sahr in der Pubertät.“
Dies ist in etwa das Bild, das sich einem internen Außenstehenden wie Christoph bietet, wenn er unsere kleine Gesangscombo nüchtern betrachtet. Ob Christoph das wirklich denkt und ob er uns nüchtern überhaupt noch ertragen kann, weiß ich allerdings nicht. Und wenn doch, warum nicht trotzdem? Denkt mal drüber nach, ich komm nämlich grad nicht mehr mit.
Stinksauer und ein wenig betrübt,
euer Sari
16. Tag: Ulm - München (Dienstag, 4.3.08)
Dän schreibt:Unsere Familien reisen vormittags nach Köln zurück, wir müssen weiter nach München. Es war schön, dass unsere knapp vierwöchige Zeit ohne Familie mal unterbrochen wurde. Besonders nett dabei, dass sich unsere Pänz (kölsch für "Kinder") untereinander auch ziemlich gut zu verstehen scheinen. Besonders nett zueinander waren dabei...

...Ferenc' Sohn Nicolas und mein Sohn Felix, die...

...spontan ein A-cappella-Duo gründeten.
Wir fuhren nach München weiter. Das Konzert in der Philharmonie am Gasteig war gigantisch. Die Stimmung war genial.
15. Tag: Ulm (Montag, 3.3.08)
Eddi schreibt:Das Konzert am gestrigen Sonntag war übrigens klasse. Ferenc doktert zwar immer noch an seiner Stimmbandverzerrung herum, aber sonst kommen wir gesundheitlich überraschend gut durch die Tour, die ja eine ziemlich große Herausforderung darstellt. “Wie kommt ihr eigentlich gesundheitlich so überraschend gut durch die Tour?” werden wir gelegentlich von entgeisterten Fans gefragt. Eddi, Sari und Ferenc erklären es euch in diesem kleinen Gesundheits-Special.
Kleines Gesundheits-Special
Vorher: Schlecht gelaunt sein, leicht schräg nach unten gucken.
Übung: Mund und Augen auf, “Lebenslust”.
Hinterher: Gut drauf und “fit für den Abend”.
Und so wird’s gemacht:

14. Tag: Ulm (Sonntag, 2.3.08)
Eddi schreibt:Unsere Familien sollten uns noch bis Dienstag Morgen hier begleiten, aber es ist nachträglich wieder an der Zeit, nachträglich einige Fotos nachzutragen.
Eddi wundert sich, wo es ihn überall juckt.

“Das hier hinten, das nennt man doch Ellbogen, oder? Da juckt’s mich!”
Sari korrigiert ihn schmunzelnd:

“Nein, Eddi, das ist deine Kniekehle. Und übrigens: Der Apparat mit der Brause, genau, in deinem Badezimmer, das ist kein Radio, sondern eine DUSCHE. Benutz sie doch mal! Dann hört das Jucken auch auf.”
Dän ergänzt freundlich: “Guck mal, Eddi, das hier ist ein Radio.”...

... und beweist Eddi auch gleich, wie super sauber man sich nach dem Duschen fühlt.

“Toll”, haucht Eddi, wirft sich ein “Handtuch” über den “Kopf” und geht ebenfalls “duschen”.

“Ich fühle mich jetzt so sauber wie ein Superheld!” kichert er ausgelassen. “Und jetzt müssen wir noch was feiern, oder?!”
“Und zwar sind wir in Österreich auf Platz 67 der Charts eingestiegen. Das ist zwar ein Anachronismus, denn das erfahren wir erst in drei Tagen, aber das Foto ist ja auch schon fast eine Woche alt, also was soll’s?”

“Das sieht gut aus, immer rein damit.”

Begeistert feiern die Wise Guys ihre neue Erfolgswelle. Der Erfolg wirkt sich wie eine Verjüngungskur auf sie aus. Von links nach rechts:
Clemens, Dän, Sari, Eddi, Ferenc.

“Prost Austria, Ho Ladu Hedi Frei!” jubeln sie. Von links nach rechts:
Clemens, Ferenc, Dän, Sari, Eddi, Eddi.

Dän merkt es als Erster:

“Augenblick mal! Wer ist denn jetzt wie, und vor allem, warum?!”
“Ist doch egal”, meint Clemens und schenkt ihm noch ein Glas Wasser nach.

Die Feierlichkeit der fünf entmenschten Sänger-Heinis endet völlig berauscht im Wartesaal des Hauptbahnhofs. Von links nach rechts:
Clemens, Clemens, Ferenc, Eddi, Ferenc, Dän, Clemens.

“Wer oder wann ist doch egal. Hauptsache Frei!”.
13. Tag: Ulm (Samstag, 1.3.08)
Eddi schreibt:Wir wollen die Spannung der werten Leserschaft mal nicht ins Unendliche steigern: Der Besuch, der auf uns - zumindest die Meisten von uns - wartete, waren unsere Familien, im Sinne von: Frauen und Kinder. So wurde dieser Tag gemütlich im Hotel-Schwimmbad oder bei Spaziergängen durch das verregnete, aber hübsche Ulm verbracht.
Ich gewann dabei durchaus einige neue Erkenntnisse. Zum Beispiel kann man einen Whirlpool-Blubber-Bereich im Schwimmbad auch als “Wasservulkan” bezeichnen und eine Saunadusche als “Wasserfall”. Wenn man ein Hoteltelefon abnimmt, dann “hupt” es.
Das Aufstehen um 6 Uhr während einer Tour entspricht dem JetLag, den man bei einer Reise nach Aserbaidschan erlebt. Kinder werden nach einem Saunagang bei 95°C sehr rot.
Es ist Kindern möglich, sich in Hotelgängen zu verlaufen. Lautes Schreien führt dann zum baldigen Wiedergefundenwerden. Hotelgäste ohne Kinder finden an diesem Vorgang wenig Gefallen.
12. Tag: Karlsruhe (Freitag, 29.2.08)
Dän schreibt:Komischer Tag, so ein neunundzwanzigster Februar. Die Frage, was man genau heute vor einem Jahr gemacht hat, wird einem niemand wirklich zufriedenstellend beantworten können. Wer heute Geburtstag hat, kann nur alle vier Jahre wirklich überzeugend feiern. Andererseits altert man so natürlich auch erheblich langsamer.
Wir werden uns 2012 daran erinnern, dass wir genau vier Jahre zuvor ein schönes Konzert in der großen Karlsruher Europahalle gemacht haben, im Rahmen der Albumtour unserer damaligen CD "Frei!", und dass die Stimmung am Ende geradezu explodierte, obwohl die Soundbedingungen an diesem Tage leider nicht immer optimal waren, was wiederum der Grund dafür war, dass wir den Sound ein Jahr später anders planten. Und dass Karlsruhe die einzige Stadt bei der Albumtour 2008 war, in der wir nicht übernachteten, den wir fuhren noch im nächtlichen Sturm weiter nach Ulm. Was allerdings nix mit Karlsruhe zu tun hatte, sondern mit dem Besuch, der auf uns in Ulm wartete.
11. Tag: Freiburg (Donnerstag, 28.2.08)
Sari schreibt:Heute brauchten wir zum Glück nicht zu fahren, wir waren ja schon in „Frei!“burg. Mein Schlafdefizit zwang mich dazu, bis mittags im Bett liegen zu bleiben und auf das Frühstück zu verzichten. Als ich meine Kollegen wieder traf, habe ich das sofort bereut, denn die hatten einen Clown gefrühstückt und fanden sich gegenseitig sehr, sehr lustig.

v.l.n.r.: Clemens (lustig), Dän (extrem lustig), Eddi (albern), Sari (nicht lustig und darum auch nicht drauf), Ferenc (vor Lachen aus dem Rahmen gefallen).
Nach dem Soundcheck habe ich dann aber aufgeholt und finde ebenfalls alles lustig, sogar meine Kollegen.

v.l.n.r.: Sari (findet jetzt alles richtig lustig, sogar sich selbst)
Von da an wusste ich: Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Und so sollte es dann auch kommen. Wir spielten in einer sehr lustigen Halle vor teilweise albernem Publikum unsere geradezu lächerlich komische Show, an deren Ende wir kichernd von der Bühne robbten.
Was ich daraus gelernt habe? Mit der richtigen Einstellung macht sogar unser Job Spaß und wer meinen Eintrag überhaupt nicht komisch fand, sollte einfach mal einen Tag lang nix essen und dann selbst einen Eintrag schreiben.
Hihi,
Euer Sari
10. Tag: Freiburg (Mittwoch, 27.2.08)
Dän schreibt:Ein paar bemerkenswerte Bilder dieser Tour müssen wir noch nachtragen. Und zwar nach und nach. Wir sind nämlich nachtragend:

Zum Beispiel von Däns Ausflug mit Dr.Klose und Chris an die Nordsee in Dänemark. Bei strahlendem Sommerwetter freuten wir uns vor allem auf dem Rückweg über den Straßennamen "Kromosen", von dem wir beschlossen, dass er vermutlich eine ziemlich unangenehme Krankheit bezeichnet ("Oh, Mist, ich habe mir wieder Kromosen eingefangen!").

Toll auch unser neu gestylter LKW im Hafen von Rostock...

...und Ferenc' erfolgreiche Zweit-Karriere als Modedesigner.

Bemerkenswert auch: Es ist für uns auf Tour nicht immer leicht, die Ruhe zu bewahren - selbst, wenn man höflich darum gebeten wird.
Jetzt aber zurück zur Chronologie, also nach Freiburg:
Die Nacht im Nightliner war toll... andererseits gibt es dann doch auch ein paar Dinge, die ein handelsübliches Hotelzimmer dem nächtlichen Bus voraus hat: Zum Beispiel eine Dusche. Als wir am frühen Nachmittag im schönen Freiburg ankommen, sind wir doch alle ziemlich gerädert. Deshalb kommt es auch nur noch zu einem gemeinsamen Abendessen, danach verzieht sich jeder auf sein Zimmer.
Das Hotel ist sehr schön, etwas am Rande von Freiburg gelegen, mit kostenlosem W-Lan (andere Hotels: Bitte nachmachen!!), einer schönen Sauna und gemütlichen, hellen Zimmern. Das trifft sich alles ganz gut, zumal wir hier zweimal nächtigen.
9. Tag: Kiel usw. (Dienstag, 26.2.08)
Eddi schreibt:Wir nutzen den Tag, an dem es keine Fahrerei gibt, für Unterschiedliches. Z.B. Ausschlafen, Quatschen und eine Hallenbesichtigung. Oder Schulbesuche: Vor allem Clemens hat es bei dieser Tour auf Schulchöre und kleinere Ensembles abgesehen und arbeitet mit ihnen an ihrer Bühnenpräsentation. Ich hatte in den letzten Tagen zwei Aktionen unter der Überschrift “MutProben” - Jugendliche gegen Gewalt. Wer möchte, kann hier lesen, was am Montag Vormittag im “Lernwerk” in Lübeck los war. (Man beachte in diesem Artikel die Einschätzung meines Alters.)
Gegen Abend erhöht sich dann die Spannung. Bereits nachmittags haben wir anweisungsgemäß aus dem Hotel ausgecheckt. Im Kieler Schloss erklärt uns unser Tourmanager Christoph, wir sollen uns im Anschluss an den Afterglow zum Abholen bereithalten. Das Konzert wird eines der Schönsten dieser Tour, das Publikum ist von Anfang an extrem gut aufgelegt und unsere Laune steigt ins Euphorische. Und euphonisch ist das Konzert auch - wir singen, glaube ich, ganz gut...
Nach dem Afterglow stehen plötzlich zwei “Hummer”-Fahrzeuge bereit; unsere (in den Plan eingeweihten) Techniker Reinhard, Mike, Eric und Christoph verabschieden uns freundlich und gutgelaunt, aber auch leicht neidisch: Ich glaube, die Vier wären auch ganz gerne in diese fetten amerikanischen Karren eingestiegen. (330 PS bzw. 400 PS...)


Der totale Hummer.
Wir wissen hingegen immer noch überhaupt nicht, wo es hingeht. Was hat unsere Plattenfirma für uns organisiert? Eine Kreuzfahrt auf einem Boot? Einen Nachtzug? Einen NightLiner (Musikerbus)?
Die Spekulationen verdichten sich, als unsere beiden Fahrer auf die Autobahn einschwenken. Nach einer halben Stunde ist ziemlich klar: Es geht nach Hamburg. Egal was noch passiert, von der neunstündigen Fahrt, die uns am Mittwoch von Kiel nach Freiburg bevorsteht, ist schon mal eine Stunde vorgearbeitet worden. Das ist gut!
In der Innenstadt biegen unsere Fahrer auf die Reeperbahn ab. Ach du Kacke: Unsere Plattenfirma wird doch nicht geschmacklos geworden sein? Die Erleichterung steht uns “Pfadfindern” vermutlich ins Gesicht geschrieben, als wir dann doch noch in eine Seitenstraße abbiegen und vor einem ganz normalen italienischen Lokal aussteigen. Dort werden wir mit Blitzlichtgewitter und Umarmungen von Detlev Vorholt (dem “Plaate-Boß”, dem Chef unserer Plattenfirma), Christoph Gros (dem “netten Produktmanager”, der sich um die tägliche Arbeit kümmert) und Uwe Baltrusch (Üw le Producent!! - dem kongenialen Produzenten und Ko-Arrangeur des Albums “Frei!”) empfangen. Alle, die zum Album beigetragen haben, sind beisammen (nur Erik Sohn und Rüdiger Dewitz fehlen leider).
Und dann wird einfach nett gefeiert: stundenlang essen und trinken wir in diesem altmodischen, extrem netten Restaurant (”Cuneo”). Wir erzählen uns Geschichten, erinnern uns an die Anfänge, lachen sehr viel, machen viele alberne Fotos (siehe unten) und feiern den Erfolg des Albums.

Band mit Erfolgsproduzent.

Erfolgsproduzent mit Schmuck.

Der freundliche Herr unten links ist der "Pate", der Chef des Restaurants.

Unser Lieblings-Produktmanager Christoph Gros zeigt nicht ohne Stolz einen kleinen Trick, den er im Zauberkurs an der HPS* Bergisch Gladbach gelernt hat: Tablett mit Zucker levitieren lassen.
*Harry-Potter-Schule
Sari ist wieder in bester Ralf-Stegner-Imitations-Laune:



Später kommen sich Ferenc und Uwe näher...

...und näher...

Die Plattenfirma und wir sind einfach nur glücklich:


Zur Feier des Tages zündet sich "Plaate-Boß" Detlev eine gute Zigarre an.

Wir bekommen sie auch angeboten. Manche können sie rauchen...

...andere nicht:




Lecker Nudeln.
Zu fortgeschrittener Stunde machen uns die Kellner unauffällig dann doch darauf aufmerksam, dass sie nach Hause möchten: Sie bringen uns unsere Jacken.

König der Reeperbahn!
Nach einem kurzen Spaziergang durch das nächtliche Rotlichtviertel stehen wir dann mitten in der Nacht plötzlich vor einem riesigen schwarzen Bus:
Unsere Plattenfirma hat uns doch noch einen NightLiner organisiert! Der Jubel ist groß. Unser Gepäck ist bereits hineingepackt worden, wir brauchen nur noch einzusteigen, und ab geht’s durch die Nacht. Ein alter Traum geht in Erfüllung: Nochmal mit einem NightLiner fahren! Das haben wir das letzte Mal 1997 gemacht, einige von uns wollten das gerne wiederholen.
Wir genießen einen Absacker im vorderen Sitzbereich mit Panoramablick über die Autobahn.


Später legen wir uns in die Kojen und schlafen zum Schaukeln des Busses (unterschiedlich gut) ein. Bei der ersten morgendlichen Pause haben wir schon die halbe Strecke hinter uns. COOL!!
Impressionen eines NightLiners:

Juhu! Ein NightLiner!



Gemütliche Sitzecke mit festinstalliertem freundlichen Textdichter/Komponisten.
Alles Wichtige ist im NightLiner drin: Oben sehen wir die Kaffeemaschine, unten den Eingang zur Toilette...

... und nicht zu vergessen: die gemütlichen Betten!

Dank sei unseren Technik-Jungs Reinhard, Mike, Eric - ab heute: Igor, Walde, Andreas und Christoph, die unseren Van nach Freiburg fahren, und Dank sei der Plattenfirma (http://www.pavement.de), die uns dieses tolle Geschenk gemacht hat. Und Dank sei auch noch mal den anderen an diesem Album Beteiligten: Rüdiger und Erik.
DANKE!
8. Tag: Lübeck - Kiel (Montag, 25.2.08)
Dän schreibt:Große Freude schon morgens im Parkhaus unseres Hotels: Eddi hat nachts überraschend einen ganz privaten Sponsorenvertrag für sich ausgehandelt. Fortan wird er auf Tour allein reisen. Er macht sich früh auf die weite Reise nach Kiel:

Wir anderen starten später. In Kiel wohnen wir wieder in dem schönen Maritimhotel. Ferenc hat wieder mal das Zimmer mit dem schönsten Blick auf die Förde. Wahrscheinlich werden Raucher hier bevorzugt behandelt, wie ja überall sonst auch.


Um 17:00 Uhr werden wir das Ergebnis der Chartsplatzierung erhalten. Unsere Plattenfirma hat angekündigt, dass es im Falle einer erfreulichen Chartsposition für uns eine Überraschung geben wird: Am Dienstag nach dem zweiten Konzert in Kiel wird man uns wohl irgendwohin "entführen".
Der Anruf bringt Klarheit: Die "Frei!" landet auf dem zweiten Platz der Charts! Wir freuen uns sehr und sind auch ein bisschen stolz. Angestoßen wird allerdings nur mit Apfelschorle, schließlich haben wir noch ein Konzert. Abends feiern wir auch nur kurz - mit zwei Flaschen Champagner, die uns Pavement netter Weise in die Hotelbar geschickt hat, und mit Bodo Wartke, der unser Konzert besucht hatte. Die richtige "Party" kommt dann wohl morgen.
7. Tag: Lübeck (Sonntag, 24.2.08)
Sari schreibt:
Unsere Tour durchs schöne Norddeutschland neigt sich langsam dem Ende zu. Gestern Lübeck, dann geht’s weiter nach Kiel, bevor wir dann am Mittwoch die unglaubliche Reise in unserem verrückten Tour-Bus von dort nach Freiburg antreten werden. Ferenc hat sich über die vielen Bewerbungen als Tour-Beifahrer/in übrigens schwer gefreut, soll ich ausrichten. Das könnte wieder so eine Fahrt werden, auf der er gute Unterhaltung gebrauchen kann - von unserer Seite ist da keine Hilfe zu erwarten - also bitte sendet fleißig weiter Bewerbungen (ab jetzt bitte nur noch mit vollständigem Lebenslauf und aussagekräftigem Foto) an Ferenc
Noch ein Wort zum Konzert in Lübeck: Das Konzert hat riesig Spaß gemacht und die Lübecker wollten uns gar nicht von der Bühne lassen. Mein Lieblings-Live-Song ist derzeit „Alles in die Luft“ – das ist einfach herrlich durchgeknallt. Eine typische Eddi – Dän – Erik Co-Produktion eben. Nun wollen wir mal schauen, was die Kieler so zu bieten haben.
Für die Statistiker unter euch: Wir haben auf unserer Tour inzwischen bei 8 Konzerten fast 20.000 Menschen besungen. Mehr Statistik gibt es gleich, wenn nämlich die Chartergebnisse von der vergangenen Woche bekannt gegeben werden (Wir setzten das Ergebnis natürlich sofort auf die Homepage). Wir sind schon ganz gespannt und können vor lauter Aufregung nur noch Essen und schlafen.
Schöne Grüße von der Hanse-Tour,
Euer Sari
6. Tag: Rostock (Samstag, 23.2.08)
Clemens schreibt:
Heute hat unser Eddi Geburtstag und wird 37 Jahre alt. Gestern abend wurde hineingefeiert und ich war leider nicht dabei. Ich musste in die schöne Stadt Schwerin weiterreisen, weil ich da heute morgen mit einem netten Chor gearbeitet habe. Schwerin ist wirklich hübsch. Nächstes Jahr ist dort Bundesgartenschau, und mit den ganzen großen Seen ist das vielleicht eine Reise mit der Familie wert... mal sehen.
Heute ist Konzert im Mau-Club. Das Ding ist winzig. Ich fürchte, es wird brechend voll und heiss. Das kann andererseits auch ziemlich gut sein: Wenn die Mehrheit anfängt richtig mitzugehen, hat der Rest keine Wahl und muss einfach mitmachen. Der Backstage-Bereich ist so richtig Rock'n Roll mäßig: Dunkel, etwas gammelig, antike Polstermöbel der verschiedensten Art stehen rum, Kerzen leuchten, wenn man die grelle Neonbeleuchtung abschaltet, an den Türen kleben Aufkleber von "Gruntslug" und "The Birthday Massacre". Wenn man das so sieht, ist es fast schade, dass wir so brave Jungs sind. Aber Eddi ist schließlich auch schon was älter...
5. Tag: Flensburg - Rostock (Freitag, 22.2.08)
Ferenc schreibt:Ich weiß wirklich nicht, woher Eddi seine Motivationen für seine Texte bekommt (siehe Tourtagebuch 4. Teil!!!), und es ist mir auch egal, aber eine Sache ist wichtig: EDDI WIRD MORGEN 37!!!!!!!!!!!!
D.h. er holt auf. Auch wenn er MICH nie einholt, ist der Gedanke, dass auch meine Kollegen älter werden, sagen wir mal so..... schön
Unser Tag heute war relativ ereignislos..oder? Wir sind um 11.30 Uhr aus Flensburg losgefahren und waren gegen 13.00 Uhr in Kiel. Der NDR hat uns um ein Interview gebeten, und wir waren natürlich nicht abgeneigt. Die Aufzeichnung dauerte, mit diversen Wiederholungen, ca 2 Stunden und hat auch sehr viel Spaß gemacht.
“Sorry, wir müssen den Take nochmal machen..” hat sich bei mir “relativ” eingebrannt. Meistens waren ja die Jungs vom Sender "Schuld", aber da wir nach endlosen Takes endlich den “Seemann “ aufnehmen wollten und ich völlig unvermittelt (bei einem Schritt nach vorne) stolperte, mussten wir das ganze Ding nochmal machen......SUPER!!!
Der Rest des Tages war Routine. Zwei Stunden Fahrt nach Rostock..... das Wetter allerdings war für mich schon etwas herausfordernd. Wir sind ständig hin und her geschleudert worden. Keine Ahnung was das für Windstärken waren, aber schneller als 110 kmh ging nicht. Trotzdem haben “meine” Jungs selig geschlummert.
An solchen Tagen, wo meine Augen mir zufallen wollen, wünsche ich mir einfach jemanden neben mir, der nicht schläft sondern mich einfach unterhält!!!
Bewerbungen bitte an:
WISE GUYS
(Javascript muss aktiviert sein, um diese -MAil-Adresse zu sehen)
Liebe Grüße
Euer Ferenc
4. Tag: Flensburg (Donnerstag, 21.2.08)
Eddi schreibt:Heute gibt es einige Probleme, zunächst mit Größenverhältnissen. Hier versucht Ferenc, die Heckklappe unseres neuen Renault-Vans zu schließen, muss aber feststellen, dass er dafür plötzlich viel zu klein und schwach geworden ist - zumindest im Verhältnis zum Auto.

Eddi, Sari und Clemens (ebenfalls zu klein) versuchen ihn mit Voodoo-Handzeichen zu unterstützen. Leider immer noch keine Chance.

Erst durch Aufsetzen seiner Zauberer-Verkleinerungskappe (bei den Muggels bekannt als "Schal") kann Eddi die Größenverhältnisse wieder einigermaßen normalisieren.

Leider hat er übertrieben, Ferenc ist ein Tick zu groß geworden. Sein linker Arm ragt weit über den Van hinaus und muss schlussendlich zurückgelassen werden.

"Ist doch egal, Ferenc, nimm halt einen künstlichen Arm", grinst Sari dement. "Nur den Dän hier neben mir müsste noch jemand zurückzaubern, der scheint sich in eine schwarze Jacke verwandelt zu haben", grinst Sari dement.

"Ach du Scheiße!" Rasch stülpt Eddi seinen Jedi-Schal über.

Schwupp! Dän wird zurückverwandelt. "Da bin ich", sagt er. "Sari, grins bitte nicht mehr so dement."

"Doch", grinst Sari dement.
Eddi, Ferenc (hier mit künstlichem linken Arm) und Clemens freuen sich darauf, nach so viel abwegigen Albernheiten endlich loszufahren. "Wohin eigentlich?" fragt Clemens.

"Eine berechtigte Frage", räumt Sari freundlich ein und fordert Eddi freundlich auf: "Ruf mal die Auskunft an, du Volltrottel!" Eddi antwortet freundlich: "Mach ich, Arschnase!"

Wenig später, bei der kasachischen Grenzkontrolle. "Ich fürchte, die Auskunft hat mir den falschen Zielort genannt", meint Eddi. "Guck mal, hier ist es total schräg."

Es ist sogar so schräg, dass Sari nur mit Müh und Not sein wertvolles Trinkwasser in eine gerade Flasche umfüllen kann, bevor es ausläuft.
Dän wirft freundlich ein: "Jetzt wird's mir aber zu bunt, ihr schrägen Spinner. Mein Kaffee ist auch schon leer. Bitte lasst uns jetzt einen Passanten fragen, wo wir hinmüssen. Eddi, frag doch mal die Dame da vorne."

"Können Sie mir sagen, wo unser nächster Auftritt ist?"

Leider hat die Dame nicht nur einen künstlichen Arm, sondern ist sogar komplett künstlich. Eddi bekommt als Strafe für seine freundlich gemeinte Anfrage einen Schlag Sauce in den Schoß gekippt. "Aua", schreit er ekstatisch.
Eddi setzt seine "Denker-Kappe" auf und findet die Lösung.

"Wir brauchen eine Karte", sagt er, "dann wissen wir wohl, wie wir wohin kommen, wo wir hin wollen."
"Haben Sie eine Karte?", fragt Sari eine weitere freundliche Dame.

Sie hat eine, antwortet jedoch nicht. Dafür entdeckt Sari seine eigene Karte. Sie weist ihn zufällig ins richtige Hotel: Die Wise Guys sind nach langer Irrfahrt angekommen.
3. Tag: Wilhemshaven–Flensburg (Mittwoch, 20.2.08)
Dän schreibt:Das Konzert gestern in Wilhelmshaven war auch schön. Vor allem in der zweiten Hälfte kam richtig „Zug in den Laden“. Am Nachmittag hatte ich in Varel, 25km von WHV entfernt, noch eine Schule besucht und mich den Fragen der Schüler gestellt, was wirklich nett war.
Heute dann die Fahrt nach Flensburg, über 300 Kilometer. A1, Autobahnraststätte Grundbergseesüd. Pinkelpause. Immer mehr Raststätten haben jetzt dieses „Sanifair“-Prinzip: Die Toilettenbenutzung kostet 50 Cent. Sonst kommt man gar nicht durch die Schranke. Wer kein Geld dabeihat, muss sich in die Hose machen. Ausländische Touristen kann man in deutschen Raststätten immer wieder in ihrer totalen Fassungslosigkeit bestaunen, dass sie fürs Pinkeln zahlen sollen. Dass man den „Wertgutschein“ nachher im „Shop“ einlösen kann, wird nicht wirklich international erklärt. Und ist eigentlich auch vollkommen egal, falls man nicht ohnehin vorhatte, sich etwas zu kaufen.
Innen drin erzählt einem eine sehr angenehme Frauenstimme zu esoterischer Dudelmucke, man habe „alles getan“, damit man sich bei ihnen wohlfühle, und man freue sich schon auf den nächsten Besuch. Das ist höchstwahrscheinlich glatt gelogen.
Wirklich fair allerdings: Über den Pissoirs hängt Werbung, diesmal nicht für Kamine mit hirnverbrannten Namen, sondern für ein Medikament gegen – richtig: Handrang! Theoretisch also Werbung für die Konkurrenz. Denn Männer, die den Harndrang in den Griff bekommen, gehen natürlich seltener zu Sanifair.
Das alles wäre beinahe Thema für ein Lied. Aber auch nur beinahe.
2. Tag: Hamburg-Wilhelmshaven (Dienstag, 19.2.08)
Eddi schreibt:Ein winziges bisschen??! Ich bin tierisch gespannt!! (Siehe Däns letzten Satz weiter unten.)
Unsere Zuhörerschaft im Hamburger CCH war supernett zu uns, das erste Tourkonzert war ein Riesenspaß und ein hervorragender Auftakt für eine lange Tour. Kurz davor gab es noch ein kleines Interview mit Sat1; der Beitrag wird heute hier im Norden in einer Sendung namens "17:30" zu sehen sein. Keine Ahnung, wie viel Uhr...
Überhaupt überschlagen sich die medialen Ereignisse: In einem McDonalds-Restaurant zwischen Hamburg und Wilhelmshaven bittet uns heute Mittag eine Mitarbeiterin spontan um Autogramme. Eine andere Dame ruft im Herausgehen: "Bitte beehren Sie uns bald wieder!" Endlich sind wir berühmt...
Heute morgen erreicht Sari sogar eine nette email (mit Fotos) von einer jungen Dame, die ihn ernst genommen hat. (Das ist ihm noch nie passiert.) Und zwar hatte er gestern in der Sendung "Volle Kanne" geflaxt, wir würden uns freuen, wenn sich Zuschauerinnen melden würden, damit wir ihnen Konzerte widmen könnten. "Flummi" ist hübsch und hat "Glück": Das Konzert in Wilhelmshaven heute abend ist "ihrs".
Nur das Wetter könnte ein bisschen besser sein. Aber wie heißt es so schön: "Du kannst nicht alles haben"...
1. Tag: Köln -Düsseldorf - Hamburg (Montag, 18.2.08)
Dän schreibt:Heute wurden Sari und ich morgens um viertel nach sieben von einem Chauffeur des ZDF in Köln abgeholt und nach Düsseldorf kutschiert, wo wir zu Gast in der Sendung "Volle Kanne" waren. Das hatten wir 2004 schon mal zum Erscheinen unserer CD "Wo der Pfeffer wächst" gemacht. Irgendwie ist das eine sehr nette Atmosphäre in diesem Studio. Die Mitarbeiter sind wirklich ausnahmslos freundlich, und auch im Interview hat man immer das Gefühl, genug Zeit zu bekommen. Außerdem gab's lecker Frühstück. Dafür hatte ich mich sogar - entgegen Eddis Aussagen im neuen Buch - rasiert.
Nach der Sendung wurden wir wieder abgeholt, diesmal von Eddi, Clemens und Ferenc. Dann ging's in unserem neuen Van Richtung Hamburg. Leider war ab Wuppertal die Sonne weg und hielt sich, wie man uns telefonisch mitteilte, für den Rest des Tages in Köln auf.
Gleich haben wir unser Konzert hier im ausverkauften CCH in Hamburg. Es ist mit über 3.000 Leuten ausverkauft...
Wir bleiben jetzt knapp zehn Tage hier im Norden. Dann geht's ganz radikal von Kiel nach Freiburg. Vorher erfahren wir aber dann hoffentlich noch, auf welchem Platz die "Frei!" in die Charts eingestiegen ist - wahrscheinlich am Montag, 25.2. Wir sind ja doch schon ein bisschen gespannt. Ein winziges bisschen....
| Fr., 10.09.2010 | Dortmund |
| Sa., 11.09.2010 | Hanau |
| Sa., 18.09.2010 | Berlin |
| Do., 23.09.2010 | Oldenburg |
| Fr., 24.09.2010 | Bremen |











