Capitol Kölsch - Die WISE GUYS in Washington


DONNERSTAG, 15.11.:

Überraschendes schon am Köln-Bonner Flughafen: Dass man Günther Jauch morgens um halb neun nicht unbedingt um ein gemeinsames Foto bittet, wird Eddi gerade noch rechtzeitig noch klar, bevor er sich dazu durchgerungen hat, ihn anzusprechen. Dann erscheint auf dem Schriftband des Lufthansa-Monitors in der Wartehalle plötzlich ein Gruß: “Die Lufthansa Köln wünscht den WISE GUYS viel Erfolg in Washington DC!". So wirbt man Kunden. Uns zumindest.

Während wir schon blöd in der Wartehalle rumstehen, befindet sich unser Sound-Doktor Reinhard Klose noch gemütlich zu Hause beim Frühstück. Wir freuen uns, als er es dann doch noch schafft, vor dem Abflug zu erscheinen:


Es ist die Routine von Milliarden von Flugmeilen, die zu Reinhards lässigem Gesamtbild beiträgt.


Clemens und Sari "voll am Warten, ey". Das sollte uns in den nächsten Stunden noch häufiger passieren.


Eddi ist wieder mal am besten ausgerüstet...


Blöder Film: "America's Sweethearts". Wir begeben uns zum Ausgang.


Da wir uns gerade irgendwo über Neufundland befinden...


...beschließen wir, doch noch nicht auszusteigen und schauen lieber aus dem Fenster. Interessant:


Da fliegt eine Maschine der "Swiss Air"! Offenbar doch nicht pleite.


Hier sind wir schon fast über den "Teich". Clemens hat was gegen die Klimaanlage an Bord:


Dieses Outfit dürfte ihn bei der Passkontrolle vor gewisse Schwierigkeiten stellen.


Wichtiger Sicherheitshinweis: Während des Fluges soll man nicht auf den Tragflächen rumlaufen.


Angekommen: Unsere Maschine ruht sich aus.

Nach diesem ebenso langen wie engen Flug, der uns immer wieder neidvoll in Richtung business class hat schielen lassen, sind wir gegen 16:00 Uhr Ortszeit in Washington-Dulles gelandet. Temperaturen beinahe sommerlich - fünf Sänger und zwei Techniker sehen in ihrem Winteroutfit reichlich touristisch aus. Mit dem Taxi zum Hotel, dann erstmal häuslich einrichten.


Ferenc' Zimmer im "Renaissance"-Hotel.


Uwe Rau (Foto) und Bill Gilcher vom Goethe-Institut empfangen uns in der Lobby, und Letzterer führt uns dann geradewegs in ein mongolisches Restaurant. Ein beeindruckendes Schauspiel für uns Kölner Landeier:


Zunächst wird einem ein Tisch zugewiesen. Es gibt mongolischen Tee und chinesisches Bier. Beides scheint Ferenc und Eddi schon zu gefallen.


Dann geht man mit einer Schüssel zur Zutaten-Theke in der Mitte des Lokals...


...und füllt seinen Teller mit einer persönlichen Auswahl von Gemüse und Fleisch...


Die rohen Gemüse- und Fleischstücke werden dann von den Köchen mitten im Restaurant auf eine überdimensionierte Feuerplatte geschleudert und nach kurzer Garzeit gleichermaßen artistisch zurück in die Schüsseln geworfen. Mindestens einen Dollar Trinkgeld wert.


Das Essen ist ausgezeichnet. Aber eine gewisse Müdigkeit lässt sich definitiv nicht verleugnen.


Um die Müdigkeit zu vergessen, laufen wir unter Bills Führung zur großen Mall und bestaunen das Capitol bei Nacht. Sari ist wie immer topfit. Er spürt den Hauch des fernen Hollywood...


...und stellt spontan die berühmte Filmszene der großen Monroe nach. Etliche Fahrzeuge auf der Straße bremsen. Allerdings nur, weil die Ampel rot ist.

Es ist noch nicht mal 19:00 Uhr, aber wegen der Zeitumstellung ist es in Umkehrung normaler Verhältnisse diesmal die pure Vernunft, die uns noch in einen Pub treibt: Wir wollen den Jetlag schon am ersten Abend besiegen. Szenen eines Kampfes:


Ferenc kämpft.


Clemens hält sich wach, indem er den bedauernswerten Bill Gilcher vollschwallt.


Dän mit einem "Pale Ale", Eddi mit einem anderen "Bier".

FREITAG, 16.11.:

Der zweite Tag steht ganz im Zeichen des abendlichen Konzerts. Wir treffen uns um 9:00 Uhr in der Lobby, was gerade mir ausgesprochen leicht fällt, denn gefühlsmäßig ist ja bereits Nachmittag. Auf dem Weg zum Frühstück laufen wir am Goethe-Institut vorbei und entdecken das erste öffentliche WISE-GUYS-Plakat außerhalb Deutschlands:


Das ist ja wohl mal ein Anfang!
Wir setzen uns in einem Laden von “Starbucks", der großen Café-Kette, zusammen und diskutieren ausführlich die Liedreihenfolge. Die Veranstalter wünschen ein rein deutschsprachiges Programm. Das Problem an der Sache: Wir können nicht einschätzen, wie gut das Publikum Songtexte und Moderationen verstehen wird.


Bei "Starbucks": Clemens hat genau das bestellt, was Sari gewählt, um Risiken zu vermeiden. Dän trinkt einen "Caramel macchiato" im Pappbecher mit Deckel.


Kontroverse Diskussionen bei Blueberry-Muffins und Milchkaffee.


Das Ergebnis der einstündigen Frühstückskonferenz: Wir einigen uns auf das normale “Ganz-weit-vorne"-Programm mit geringen Änderungen (z.B. “Mach mir den Skywalker", “Oh Scheiße"). Wir machen uns auf den Weg zum Sightseeing, vorher wollen wir kurz noch die Heimat kontaktieren. Mit einer Call-by-call-Telefonkarte kann man für fünf Dollar stundenlang nach Europa telefonieren. Allerdings nur dann, wenn die Telefonkiste die 25 Cent auch wirklich schluckt.


Das ist hier ganz offensichtlich nicht der Fall. Es ist schon bemerkenswert, wie verloren man sich ohne funktionsfähiges Handy fühlt, obwohl sich nur sechs Jahre zuvor über den Funktelefon-Wahn in einem Liedtext lustig gemacht hat...


Nachdem die Übersee-Kommunikationsfrage offen geblieben ist und während sich unsere bedauernswerten mitgereisten Techniker Reinhard Klose und Igor Kavulek mit nervenaufreibenden organisatorischen Problemen im Konzertsaal herumschlagen müssen, zieht es uns zur Mall.


Einen wehrlosen Touristen zwingen wir, ein Gruppenfoto von uns mit dem Capitol zu machen, von dem man noch mehr erkennen würde, wenn ich es rechtzeitig zum Friseur geschafft hätte.


Das berühmte Air & Space Museum. Dort sind so ungefähr alle Flugzeuge und Raumfähren ausgestellt, die irgendwelche historischen Rekordflüge auf dem Buckel haben, zum Beispiel die “Spirit of St.Louis", mit der Lindbergh dereinst den Atlantik überflog:


Lindbergh hatte übrigens keine Chance, vom Pilotensitz aus gerade nach vorne zu schauen - ganz im Ernst! Beim Landeanflug musste er einen Zick-Zack-Kurs steuern.


Eine originalgetreue Nachbildung der Mondlandefähre von 1969.


Unser freundlicher Tour Guide im Air & Space Museum ist nicht gerade David Letterman, aber immer noch unterhaltsamer als der Moderator einer großen Kölner Karnevalsshow. Wir erfahren in den 90 Minuten eine ganze Menge.


Museum macht hungrig. Sari und Clemens testen das landesübliche Gourmet-Angebot.

Einem weiteren Downtown-Bummel folgen unsere ganz normalen Konzertvorbereitungen: Einsingen in Eddis Hotelzimmer und ein zeitlich etwas knapper Soundcheck.

Das Konzert

Der “Grand Ballroom" des Renaissance Hotels. Uwe Rau vom Goethe-Institut New York stellt uns in englischer Sprache vor. Als wir auf die Bühne laufen, ist der Saal rappelvoll; es gibt tosenden Applaus: Einige Zuschauer kennen uns schon, weil Mohamed Esa, Deutschdozent an der Universität Maryland, noch am Nachmittag im Rahmen der Deutschlehrer-Konferenz einen erfolgreichen Vortrag über den Einsatz von unseren Songs im Deutschunterricht gehalten hat; andere kennen uns von den CDs, und alle scheinen froh zu sein, dass die Band aus Germany trotz der Ereignisse der Wochen zuvor die Reise in die USA auf sich genommen hatte.

Wir beginnen mit “Showtime" und merken schon nach wenigen Sekunden, dass die Sprache am heutigen Abend keine Barriere sein wird. Das unglaublich aufmerksame Publikum kriegt jede Pointe mit und macht diese Tatsache auch laut lachend - fast noch lauter als in Deutschland - mehr als deutlich. Trotzdem halte ich die Begrüßungsmoderation auf Englisch und weise die Zuschauer darauf hin, dass sie winken und schreien sollen, falls sie irgendetwas sprachlich nicht erfassen. Davon macht allerdings niemand Gebrauch.
Was folgt, ist ein unglaublich intensives Konzerterlebnis. Die Lacher auch während der Zwischenmoderationen kommen uns beinahe “unnatürlich" laut vor; eine amerikanische Deutschlehrerin erklärt uns nachher, sie sei einfach völlig “ausgehungert" nach einer solchen Art deutschsprachigen Humors gewesen. Nach dem letzten Lied “Baby noch einmal", unserer Parodie des US-Hits “Baby one more time", springen die Zuschauer geschlossen auf und applaudieren stehend. Wir sind glücklich. Gerade weil wir vorher überhaupt nicht hatten einschätzen können, wie wir ankommen würden, ist diese Reaktion des Publikums ein ausgesprochen beeindruckendes Erlebnis.

Der anschließende Afterglow findet in den Räumen des benachbarten Goethe-Instituts statt (übrigens weist mich eine andere Konzertbesucherin darauf hin, dass viele Amerikaner unter “Afterglow" weniger das gesellige Beisammensein nach einem WISE-GUYS-Konzert als vielmehr den “glühenden" Zustand in Folge einer besonders angenehmen körperlichen Anstrengung verstehen...). Fast alle Konzertbesucher sind mit von der Partie, und die Zahl der von uns mitgebrachten CDs erweist sich als erheblich unzureichend. Unplugged singen wir noch “Armes Schwein" und den “Tekkno", führen zahlreiche wirklich nette Gespräche und schreiben ein paar hundert Autogramme.


Eddi und Clemens am Glowen.


Eddi und Amy, Deutschlehrerin aus West Virginia. Sie spielt zur Zeit mit dem Gedanken, nur für unser Konzert im Pantheon am 22.12. nach Bonn zu fliegen...


Dän und Rheka, die erste ein paar Tage vorher die Arbeit im Goethe-Institut aufgenommen hatte.

Rauchen darf man im Institut selbstverständlich nicht; vor die Tür zu gehen ist bei den beinahe spätsommerlichen Temperaturen eigentlich auch kein Problem, nur: Auf der Straße darf man keinen Wein trinken. Wer also dem Alkohol und dem Nikotin gleichermaßen zugeneigt ist, muss auf der zwei Meter langen Strecke zwischen Tür und Straße pendeln...


Vor der Tür machen Ferenc und ich uns intensive Gedanken über ein neues Tourfahrzeug für die WISE GUYS.

Als sich nach eineinhalb Stunden der Afterglow dem Ende zuneigt, führt uns Dan Hamilton, Leiter eines Sprach-Sommercamps für amerikanische Jugendliche, ein paar Blöcke weiter in die Kneipe “Capitol City".


Sari mit Dan Hamilton.

Wir trauen unseren Augen nicht: Es gibt im "Capitol City" als eine von vier zentralen Biermarken selbstgebrautes Kölsch! Das Getränk heißt folgerichtig “Capitol Kölsch":


Wir probieren es und beschließen, auf eine konkrete Geschmacksbeurteilung der Imitation unseres Heimatbiers zu verzichten. Es ist einfach kultig genug, vom freundlichen Barkeeper Bill gefragt zu werden, ob man “another four Kolsch" wolle.


Mohamed Esa, Dän und a couple of Kölsch.


Erste Gespräche zu weiteren USA-Tourplänen...


Dän und Ferenc mit Bill, dem nettesten Barkeeper Washingtons. Seine kölsche Mentalität erkennt man daran, dass er uns zum Abschied noch ein Freibier gibt, obwohl schon alle Stühle auf den Tischen stehen.

Spät - und nach unser inneren Uhr sogar sechs Stunden später als “spät" - gehen wir zum Hotel zurück, glücklich über den Verlauf des Abends und die Großzügigkeit und Offenheit unserer Gastgeber.

SAMSTAG, 17.11.

Individuelle Gestaltung des Vormittags. Vor dem wunderschönen Hauptbahnhof treffe ich auf eine knapp dreißigköpfige Gruppe von FriedensaktivistInnen. Sie sind im Rahmen ihres “walk for peace" 250 Meilen und drei Wochen zu Fuß von New York nach Washington gelaufen und demonstrieren so gegen den Afghanistan-Krieg. Vor dem Bahnhof singen sie zum Teil mehrstimmig die typischen Songs wie “Give peace a chance". Einige der Demonstranten, die alle so aussehen, als seien sie Statisten einer Dokumentation über Woodstock und die 68er-Bewegung, verwickeln mich spontan in ein Gespräch - eine Eigenschaft, die beeindruckend viele Amerikaner aufweisen. Ein Mädchen fragt mich, wo ich herkäme, ob ich mich ihrem Marsch zum Capitol nicht anschließen wolle. Ich verneine höflich, drücke aber meinen Respekt vor dem individuellen Einsatz und der gelaufenen Strecke aus. Das Mädchen erzählt mir, dass ihre Aktion praktisch auf keinerlei Resonanz gestoßen sei. Slogans wie “make love not war" wolle in den USA derzeit definitv niemand hören. Um so beeindruckender die ungebrochene Motivation und Fröhlichkeit der Friedensmarschierer.

Nachmittags führt uns unser “Privatbetreuer" Bill Gilcher in eine Washingtoner Universität; Sari und ich teilen uns ein Taxi. Der Fahrer bemerkt, dass wir Deutsch sprechen, dreht sich unvermittelt um und fragt uns, ob wir aus der DDR kämen. Er selbst sei, aus dem damals ebenfalls sozialistischen Äthiopien kommend, im Rahmen eines Austauschprogramms als Geologiestudent 1986 ein halbes Jahr in Leipzig gewesen und habe dort eine schöne Zeit gehabt. Es wird im Verlaufe der Unterhaltung nicht eindeutig klar, ob er mitbekommen hat, dass es die DDR nicht mehr gibt. Immerhin erzählt er uns einige interessante Geschichten über Washington.


Treffpunkt vor der Uni. Am Ziel angekommen, geben wir in einem kleinen Hörsaal ein einstündiges Interview in englischer Sprache.


"Jetzt ist Sommer" live in der Uni.

Die Sendung “The Poem and the poet" wird ins Netz gestellt und hat auf diese Weise an guten Tagen bis zu zwei Millionen Hörer. Zugegeben: Das war wohl der Rekord. Jedenfalls ist dieses Interview für uns sehr interessant. Die Moderatorin Grace Cavalieri ist eine glühende Verehrerin unserer Musik - obwohl sie kein Deutsch kann. Aber im Verlauf des Gesprächs stellt sich heraus, dass sie in der Tat eine Menge über uns weiß. Die Fragen wirken einerseits zum Teil etwas zu pathetisch (amerikanisch?), andererseits sind sie aber auch einfach interessant. Sari leistet sich den Kracher des Interviews. Auf die Frage, wie er zum Thema Popularität stehe, will er antworten, dass er es genieße, wenn Leute ihn auf der Straße anlächelten; er sagt jedoch: “I enjoy it when people laugh at me (= mich auslachen)!". Später macht Sari dann aber doch noch Punkte. Grace möchte wissen, was er sich von den USA - auf die WISE GUYS bezogen - für die Zukunft erhoffe. Sari demonstriert eindrucksvoll, was er im Geschichtsunterricht gelernt hat: „I'd like to turn the question around: Don't ask what the USA can do for the WISE GUYS. Ask what the WISE GUYS can do for the USA!“.


Gruppenbild mit dem netten Radioteam. Man beachte das geile Wetter.


Nach dem Interview sitzen wir zusammen bei „KFC“ und müssen erneut feststellen, dass Softdrinks, die mit dem stark nach Chlor schmeckenden Leitungswasser hergestellt werden, nur mäßig attraktiv sind, auch dann, wenn man seinen Colabecher sooft man will kostenlos auffüllen darf.
Bill Gilcher „übergibt“ uns auf der benachbarten Tankstelle an Mohamed Esa, der uns in seinen Van verfrachtet, in dem schon Reinhard und Igor sitzen. Es folgt eine ausgesprochen unterhaltsame, mehrstündige Sightseeing-Tour. Durch das schöne Georgetown, zu den verschiedenen Präsidenten-Memorials, zum Weißen Haus, Capitol, zum Heldenfriedhof und schließlich (als „Überraschung“) zum Kunstwerk „The Awakening“, auf dem wir zwanzig Minuten rumturnen. Den vom Flugzeug-Attentat zerstörten Teil des Pentagons wollen wir nicht sehen. Mohamed weist uns lachend darauf hin, dass wir mit unserem „wilden“ Aussehen wahrscheinlich sowieso sofort von der Polizei erschossen werden würden. Er ist unglaublich nett und sehr unterhaltsam, sowohl bezüglich seiner Kommentare zu den diversen Sehenswürdigkeiten als auch bei seiner Interpretation der Verkehrsregeln.


Die WISE GUYS mit Igor, Mohamed und dessen Van, in den eigentlich nur sechs Leute reinpassen.


Erster sichtbarer Erfolg unseres Konzerts vom Vorabend: Die Entwässerungsfahrzeug der Stadt Washington haben sich unseren Bandnamen auf den Lack gepinselt. Nette Geste.

Im Folgenden ein paar der typischen Touri-Bilder: Wir und das Capitol, Weißes Haus alleine, wir und das Weiße Haus, Wir, die Techniker und das Weiße Haus:










Mit Igor und Reinhard sind die Gruppenbilder natürlich automatisch viel schöner. Noch schöner ist allerdings das Bild mit den freundlichen Polizisten, die keine Ahnung haben, warum wir mit ihnen ein Foto machen wollen:


Klar - wir wissen es ja selbst nicht.


Das Lincoln-Memorial bei Nacht. Ein richtiger Tempel! Es wird um Ruhe und Respekt gebeten.


Wir orientieren uns an den zahlreichen einheimischen Touristen und versuchen, deren Verhalten möglichst genau zu kopieren, um nicht unangenehm aufzufallen.


Den Hausherrn selbst lässt das alles ziemlich kalt.

Mohamed hat noch eine Überraschung für uns: Er fährt uns auf eine abgelegene Halbinsel. Dort befindet sich das große Skulptur-Kunstwerk "The Awakening". Ein Riese, der gerade aufwacht; aus dem Sand ragen nur Füße, Hände und der Kopf hervor:


Hier das Gesicht. Kunst kann zu einem idealen Spielplatz werden:




Sari und Eddi haben ein Knie erobert.


Clemens und Dän begnügen sich mit der Hand.

Nach dem Abendessen führt Mohamed uns ins Nachtleben - allerdings ohne Clemens und Ferenc, die plötzlich der Müdigkeit anheimgefallen sind. Der Rest von uns landet schließlich in der vierstöckigen Musikkneipe „Madam's Organ“ im Stadtteil Adam's Morgan.


Gute Live-Musik, absolut Multi-Kulti und sehr, sehr voll.


Die Band spielt ziemlich geilen Funk und Soul.


Mohamed wird prinzipiell nicht müde.


Sari an der funky Luftgitarre.


Wir bleiben bis nach Mitternacht. Auf dem Weg zu Mohameds Auto kommt uns ein kurzgeschorener, betrunkener Student entgegen, der mir zur Freude meiner Kollegen ebenso spontan wie laut empfiehlt: „Get a hair cut!“.
Wieder im Hotel, sind wir so müde, dass wir sogar die Hotel-Bar ignorieren, die allerdings ohnehin längst geschlossen ist.

SONNTAG, 18.11.:

Clemens und Eddi besuchen (versehentlich) zwei verschiedene Gottesdienste mit unterschiedlichem Ergebnis. Clemens ist wenig beeindruckt, in Eddis Kirche scheint hingegen richtig der Punk abgegangen zu sein: Mitreißende Gesänge und eine beeindruckende Atmosphäre - Eddi ist richtig begeistert. Mohamed erweist sich ein weiteres Mal als grandioser Gastgeber und fährt uns noch schnell in ein Einkaufszentrum; wir haben 45 Minuten Zeit zum shoppen. In der Zwischenzeit besorgt er für uns noch zwei Ladungen Sushi für den Rückweg zum Hotel. Klar, dass alle Geschäfte auch sonntags geöffnet sind. Mit bestechender Logik erklärt Mohamed, dass die Leute ja sonntags nicht arbeiten müssten und endlich Zeit zum Einkaufen hätten - warum sollten man ausgerechnet dann die Läden schließen?

Dann geht's auch schon wieder zum Flughafen.


Sari schweigt freiwillig.

Erst das Non-Stop-Programm in Washington, jetzt mindestens 12 Stunden Langeweile auf der Rückreise. Wegen unseres dicht gedrängten Terminplans dauerte unsere Reise ja nur vier Tage; aber gelohnt hat sich der Trip allemal. Und eine große WISE-GUYS-Tour durch die Universitäten der USA wird zur Zeit vorbereitet.

Nochmal herzlichen Dank an alle Beteiligten!



 
 
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