mehr KontrastKontrast
SchriftgrößeAAA

Björns Blog

19.06.2017: Dortmund, Darmstadt, FFM

Als ich angefangen habe, die kurzen Konzertnotizen zu schreiben, ging es ja vor allem darum, mir selbst eine Erinnerung an das letzte halbe Wise Guys Jahr zu schaffen. Es darf heute also auch mal etwas kritischer sein. zwinker

Das erste Dortmund-Konzert am Donnerstag war in meinen Augen stimmungsmäßig das Schwierigste in diesem Jahr. Es war beileibe kein schlechtes Konzert, aber energetisch schon eine andere Hausnummer. Kann an dem immer noch sehr präsenten Eindruck des vorherigen Konzerts in Dresden gelegen haben oder einfach an meiner eigenen Laune und Performance-Qualität. Es war irgendwie alles eine Spur gesetzter und ruhiger. Vielleicht lag es aber auch an Fronleichnam?!
Freitag sah die Geschichte auch schon wieder ganz anders aus. Sogar MC Deutschmakk ließ sich zu Aussagen wie „Wir zwei sind echt geil!“ hinreißen.

In Darmstadt hatten wir dann noch mal ein „Ganz nah dran“-Konzert. Also eine etwas kleinere Location und auf der Bühne nicht unser großes Besteck in Bezug auf Lampen, Vorhänge usw.! Dafür war es aber ein Stehkonzert und dementsprechend laut. Ich muss schon zugeben, dass es mir teilweise zu laut war. Mitunter hab ich vom Publikum mehr gehört, als vom eigentlichen Solisten. Ist dann schon ne Spur schwieriger, richtig zu intonieren und im Tempo zu bleiben. Soll jetzt keine Kritik sein, aber nicht alle im Publikum finden immer die richtige Tonart. zwinker
Einen kleinen Spaß hab ich mir mit Sari bei „Deutsche Bahn“ erlaubt. Nach dem ersten Refrain gibt’s ja die kurze „Step-Einlage“ von ihm. Also er bewegt die Füße und ich mach die Geräusche. Hab ich diesmal aber nicht. zwinker
In Darmstadt haben wir uns nicht nur von den „Gnd“-Konzerten verabschiedet, sondern auch von drei Technikern. Fedor, Benni und Flo: ich hoffe, wir sehen uns sehr bald wieder im Kreise Alter Bekannter.

Der Sonntag in Frankfurt war anstrengend aber schön. Wie sich morgens im Bandbus herausstellte, hatten wir alle in der Nacht wenig und/oder unruhig geschlafen. Nicht die idealen Voraussetzungen für ein halbstündiges Radiointerview am Mittag plus Doppelkonzert am Nachmittag und Abend. Ging am Ende aber alles erstaunlich gut. Nachmittags fühlte es sich noch ein bisschen handgebremst an. Das Abendkonzert fand ich aber qualitätsmäßig von uns fünfen erstaunlicherweise das Beste des Wochenendes. Abgesehen von oder vielleicht auch grade wegen der kurzen Text-Hänger von Nils bei „Mädchen lach doch mal“ und mir bei „Kleine Männer“. Nur albern war es mitunter. Aber nach müde kommt eben blöd. zwinker
Bleibt zu hoffen, dass wir mit den Alten Bekannten irgendwann auch wieder in der Alten Oper spielen werden. Es ist einfach ein beeindruckender und schöner Saal. Für unsere Tontechniker nicht ganz einfach, aber stimmungsmäßig ganz weit vorne.

Fun-Fact und Memo an mich selbst: im Mercure-Hotel Dortmund ist die Minibar inklusive. Im Mercure Frankfurt kostet das 0,3 l-Pils 5,50 €, der halbe Liter 8 €. Also beim nächsten Mal das Bier aus Dortmund mitnehmen und in Frankfurt trinken. :D

12.06.2017: Heimspiele

Hello again! zwinker
Tournotizen zu Göttingen, Halle, Berlin und Dresden.
In Göttingen hatten wir diesmal eine Gebärdendolmetscherin dabei. Die liebe Laura hatte uns schon vorher bei Kirchentagen begleitet, jetzt also auch mal ein reguläres Konzert der Abschiedstour. Wahnsinn, mit welchem Körpereinsatz und mit welcher Hingabe sie die Texte darstellt. Im Grunde ist es ja so, dass sie zu jedem Song eine krasse Choreografie tanzt. Was den Punkt angeht, hat Laura an dem Abend auf jeden Fall mehr getanzt als wir fünf zusammen. zwinker Ein paar Worte noch zur Location in Göttingen - die Lokhalle. Natürlich haben solche ehemaligen Werkshallen immer besonderen Charme, wenn sie heutzutage als Veranstaltungsort genutzt werden. Und natürlich ist es schön, vor 2600 Leuten zu spielen. Allerdings hat mir dieser Abend auch wieder gezeigt, dass ich mich mehr auf die etwas kleineren Locations freue, in die wir mit der ersten Tour der Alten Bekannten kommen. Es ist einfach eine ganz andere Energie, ein bisschen intimer, wenn jeder einzelne Zuschauer näher dran ist und nicht (gefühlt) 100 Meter entfernt von der Bühne noch mal eine Tribüne steht.

In Halle gab es für mich einen DER Momente während meiner Zeit bei den Wise Guys. Nach dem Lied "Kleine Männer" stand in der zweiten Reihe ein Mann auf - gefühlt 2,10 m groß - und streckte beide Daumen nach unten aus. Dazu ein cool-witziges Schmunzeln - Großartig!!! Zum Steintor-Varieté muss man sagen, dass es seit langer Zeit in offenbar mühseliger Kleinarbeit umgebaut wird. Es ist jedes Mal aufs Neue spannend, was sich im Backstagebereich verändert hat. Freu mich jetzt schon auf unseren nächsten Besuch dort mit den AB.
In der zweiten Hälfte haben wir uns dann kurz selbst ausgetrickst. Oder besser Dän den Rest von uns. Eigentlich stand auf der Setlist für den Abend innerhalb des Zeitreise-Blocks "Romanze". Das hatte Dän aber offenbar überlesen und stattdessen "Denglish" anmoderiert. Da sind Stefan am Licht und Hank am Ton mal kurz ins Schwitzen geraten. zwinker

Berlin war für mich anstrengend aber auch superschön. Ich hatte leider in der Nacht davor nur viereinhalb Stunden geschlafen. Sollte es etwa doch die Aufregung vor dem Heimspiel gewesen sein, die mich um halb 6 Uhr morgens hellwach werden ließ? Ich hatte auf jeden Fall neben den zwei Konzerten, die an sich ja schon einigermaßen kraftraubend sind, auch noch "sozialen Stress". Denn in beiden Konzerten saßen Familie und Freunde, mit denen ich vorher und nachher noch eine kurze Zeit verbringen wollte.
Bei beiden Berlin-Konzerten hatten wir einen Vorchor - die Village Voices aus Berlin. Das ist der Chor, in den mich meine Mutter vor 20 Jahren mitgenommen hat und wo dann im Grunde meine A Capella Zeit begann. Aus dem Chor heraus gründete sich damals meine erstes Quartett, in dem ich teilweise noch Tenor gesungen hab. Schön, daran wieder erinnert worden zu sein. Stimmungsmäßig hatten beide Konzerte Hauptstadtniveau. Zwei Sachen hab ich mir noch zum Abendkonzert aufgeschrieben. Das Eine dürft ihr aber Dän nicht verraten. zwinker Der hatte nämlich im ersten Set das falsche Sakko an. Dazu muss man wissen, dass sich bei ihm beide Sakkos schon etwas ähneln. Vor allem im Dunkeln. Und dunkel war es im Admiralspalast, wo Dän und ich uns umgezogen haben. Nämlich direkt hinter der Bühne, da wir beide zu viel waren, unsere Klamotten in die Garderobe im dritten Stock zu schleppen. Das machen wir fast immer so, aber bis jetzt hatten wir immer genug Licht, um auch die richtigen Sachen aus dem Kleiderschrankcase zu holen. Das zweite war die Spontan-Choreografie bei "Wir werden euch vermissen". Überall verteilt im Admiralspalast waren Feuerzeuge und Handylichter zu sehen. Ein schönes Bild.

In Dresden dann gestern das zweite Heimspiel hintereinander. Open Air in der Jungen Garde bei strahlender Sonne, knapp 30 Grad und mit fast 5000 Zuschauern. Es war einfach nur geil. Köln und Tanzbrunnen, ihr müsst nachlegen. Es wird nicht einfach. zwinker

Liebe Grüße

06.06.2017: Sommer ist, was in deinem Kopf passiert

Hallo zusammen,

das Pfingstwochenende stand ganz im Zeichen von Nachhol-Konzerten.
Los ging's am Freitag in Dortmund im Westfalenpark. Das Konzert war vergangenes Jahr wegen drohender Gewitter abgesagt worden, die es dann aber gar nicht gab. Dafür hat es dann dieses Jahr geregnet. :D Das Konzert fand im Rahmen des 21. Sparkassen A Capella Festivals statt. Jetzt kann ich sagen, dass ich mit allen meinen drei Bands dort gesungen habe. Auch schön. zwinker Nicht unerwähnt soll die Hörbänd sein, die in Dortmund vor uns aufgetreten ist. Eine junge und ambitionierte Band mit einigem Potential. Irgendwie passend zu uns war z.B. ihr selbstgeschriebener Song "Klugscheißerman". Und obendrauf haben sie auch noch ein Wise Guys-Medley gesungen. Echt cool.
Wie eben schon erwähnt, hatte es während der Hörbänd angefangen zu regnen. Das Schöne am A Capella Publikum ist ja aber, dass es sich davon kaum stören lässt. Stellt man sich eben unter die Bäume des Westfalenparks oder an die Würstchenbude. Die ganz Harten halten es auch einfach auf den Sitzen unter ihrem Schirm aus oder packen sich in ihre Regenklamotten. Ein Bild, dass man nur bei Open Air Konzerten hat. Umso schöner und gelöster empfinde ich dann immer die Stimmung, wenn es dann auch wieder aufhört zu regnen, so wie das bei uns ungefähr zur Hälfte des Programms der Fall war. Ein echt schöner Abend, der am Ende mit ein paar kurzen Gesprächen und Fachsimpeleien unter Kollegen ausklang.

Am Samstag standen dann die beiden Wuppertal-Konzerte in der wunderschönen historischen Stadthalle an. Neben der Stadthalle in Heidelberg sicher eine der schönsten Locations, die wir bespielen. Die Konzerte waren Nachholtermine von Anfang März, als Dän kurzfristig seiner Stimme beraubt worden war. Die ist mittlerweile wieder da. Dafür fiel mittags in der Halle der komplette Strom aus. Selten hab ich unsere Technik-Crew bei der Ankunft in der Halle so schwitzen sehen. Zum einen, weil es in Wuppertal eh extrem schwül war und zum anderen funktioniert natürlich ohne Strom die Klimaanlage in der Halle nicht. Glücklicherweise war das Stromproblem rechtzeitig gelöst, so dass wir mit nur wenigen Minuten Verzögerung das Nachmittagskonzert starten konnten. Licht und Ton funktionierten. Allerdings machte sich der stundenlange Ausfall der Klima im Saal extrem bemerkbar. Was haben wir geschwitzt. Vor allem im ersten Teil mit unseren Anzügen. zwinker
Stimmungsmäßig war das 15 Uhr-Konzert der absolute Hammer. Ich würde sogar sagen, dass es lauter und enthusiastischer war, als im Abendkonzert. Das passiert ja eher selten, wie ich in vorherigen Konzertberichten schon beschrieben habe.

Nach einem freien Pfingstsonntag haben wir dann am Montag noch das Konzert in Münster nachgeholt. Auch das war wegen Däns Erkrankung Anfang März ausgefallen. Witzigerweise waren wir auf den Tag genau ein Jahr zuvor auch in Münster. Da allerdings um die Ecke im Sputnik-Club. Ein legendäres Konzert bei einer gefühlten Raumtemperatur von 45 Grad. Jetzt waren wir aber wieder in der Münsterlandhalle. Und dort funktioniert die Klima. Sogar sehr gut. Ich möchte fast sagen zu gut. Ich will ja nicht rumheulen, aber kalte Hände hatte ich schon. zwinker Das Konzert selbst hat totalen Bock gemacht. In Erinnerung wird das Meer aus ca. 3000 Armen sein, das bei "Wir werden euch vermissen" fast den ganzen Titel über seine Wellen zog. Passend dazu sehen, von der Bühne aus, die Treppen im Rang wie der obere Teil eines Herzes aus. Gänsehautmoment.

Jetzt freu ich mich auf das kommende Wochenende, denn da geht es für mich "nach Hause": zwei Konzerte in meiner alten Heimat Berlin und eines in meiner Wahlheimat Dresden. Letzteres wieder Open Air. Bisher sieht es nach einem heißen Tag aus, aber ich weiß, dass man in der Jungen Garde auch bei Regen seinen Spaß haben kann. Hab da selbst schon in Gummistiefeln und mit Regencape bei Toto getanzt. Geht. zwinker

Liebe Grüße und eine schöne Woche für alle

Björn

29.05.2017: Einfach nur “wow”

Hallo zusammen!

Zu unserem Auftritt beim Kirchentag ist ja schon ein bisschen was geschrieben worden, aber auch ich will und muss natürlich noch mal darauf eingehen. Das war schon geil. In meiner Heimatstadt, vor dem Brandenburger Tor. Mehr als 55.000 Menschen. An einem Ort, an dem ich bestimmt schon hunderte Male gewesen bin. Unbeschreiblich. Bei "Kleine Männer" gehen plötzlich bestimmt 1.000 Zuschauer direkt vor der Bühne auf die Knie um sich mit mir zu solidarisieren. Wie geil ist das denn? Und dann ein Meer aus tausenden Kirchentags-Schals. Eine Laola-Welle von vorne nach hinten über bestimmt 500 Meter und später auch wieder zurück. Das sah sagenhaft aus. Momente, die für immer bleiben werden. Gänsehautentzündung, wie Mehmet Scholl sagen würde.
Nach diesem einmaligen Erlebnis aus Berlin nach Braunschweig zu fahren, um in der dortigen Stadthalle zu spielen, findet man auch nur in wenigen Drehbüchern. Hat aber wahnsinnig viel Spaß gemacht. Irgendwie waren alle noch geflasht vom Vortag, was sich in positive Energie umgeschlagen hat. Auch wenn ich das an anderer Stelle schon geschrieben habe, möchte ich doch noch gern auf eine etwas unschöne Szene im Afterglow eingehen. Ich bin gerne bereit mir dort Kritik über einen vielleicht mal nicht so gelungenen Sound oder eine nicht überzeugende Bühnenshow anzuhören und über mögliche Ursachen und Gefühle zu sprechen. Aber dass ich relativ scharf angegangen werde, weil ich meine Unterschrift auf der Eintrittskarte über das Datum geschrieben habe, dass werde ich nicht verstehen und auch nicht akzeptieren. Natürlich kann ich da auch ein stückweit drüber lachen. Es bleibt trotzdem eine unangenehme Erinnerung. Aber gut. Solche Dinge passieren. Zum Glück super selten. Und ich werde in Zukunft höllisch aufpassen, bitte aber auch um Nachsicht, falls es aus Versehen doch noch einmal passiert.
In Osnabrück hat sich ausnahmsweise auch Dän mal einen sprachlichen Fauxpas geleistet. In einer Ansage im ersten rutschte ihm ein "...und der Lied..." raus. Daraufhin gab es unter uns restlichen vieren nur verwunderte Blicke nach dem Motto: "Hat er das wirklich grade gesagt? Hihi. Wie lustig." Ist ja auch gar kein Thema, aber Nils hat scheinbar so aus dem Konzept gebracht, dass er im folgenden Lied noch darüber nachdenken musste und prompt seinen eigenen Text bei "Wahre Helden" vergessen hat. zwinker Meinen Hut musste ich dann im zweiten Set vor Däns Schlagfertigkeit ziehen. Bei "Meine Deutschlehrerin" griff er seinen Fehler aus dem ersten Set wieder auf und bezeichnete die sprachlichen Wirrungen in dem Song als spontane Absicht. Chapeau! Auch in Osnabrück gab es noch eine erinnerungswürdige Szene im Afterglow. Ein etwa vierjähriger Junge hatte uns in der Pause einen Zettel auf die Bühne gelegt, auf dem stand, dass seine beiden Lieblingssongs "Dickes Ding" und "Das Sägewerk Bad Segeberg" wären und er sich doch wünschen würde, dass wir wenigstens einen der beiden Songs, die unglücklicherweise nicht gewürfelt worden waren, trotzdem noch singen. Haben wir aber nicht. Das hat er uns wohl ziemlich übel genommen. Denn während seine Geschwister und Freunde im Afterglow fleißig Autogramme und Selfies sammelten, blieb er auf dem Arm der Mutter, die mir dann seinen missmutigen Gesichtsausdruck erklärte. Ich hab mir dann von ihr versichern lassen, dass er irgendwann darüber hinweg kommt. grins
Am Sonntag haben wir uns von Bremen verabschiedet. Nach Köln und Hamburg die Stadt mit den meisten Abschiedskonzerten. Das sagt natürlich einiges aus. Auch diesmal war die Stimmung in der Glocke wieder fantastisch. Zum ersten Mal in diesem Jahr war es außerdem brutal heiß auf der Bühne. Schön, dass der Frühling zum Sommer wird! Erstaunlich war diesmal auch, wieviel "Ersttäter" im Saal waren. Dieses Phänomen war schon in den anderen Städten zu beobachten, in denen wir mindestens das zweite Mal im Rahmen der Abschiedstour waren. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn diese Leute nie hätten sagen können, dass sie die Wise Guys mal live gesehen haben. grins

Die Pause zu Hause ist für mich diesmal nur sehr kurz, denn Mittwoch geht's schon wieder Richtung Köln, um mit den Alten Bekannten ins Studio zu gehen und an neuen Songs zu basteln. Und dann stehen ja am Wochenende die Nachholkonzerte in Wuppertal und Münster an sowie das Festival in Dortmund im Westfalenpark. Witzigerweise war ich bei letzterem auch mit meinen anderen Bands muSix und Rock4. Ich freu mich, dort jetzt auch mit den Wise Guys zu stehen und mir in diesem Rahmen auch die anderen Gruppen beim Festival anzuhören.

Euer Björn

22.05.2017: Hamburg meine Perle - Lübeck aber auch

Moin!

Das war ein schönes Wochenende mit fünf tollen Konzerten.
In Lübeck ging's in der MuK wieder in den Saal. Beim vergangenen Mal waren wir wegen des Umbaus noch im Foyer. Ist ganz schön geworden. Akustisch mussten unsere Tonmenschen leider arg basteln. Der Saal scheint eher die leisen Töne zu lieben. Wir aber nicht. zwinker
Beim ersten Konzert hatten wir die Magie vom „Sägewerk Bad Segeberg“ im Norden unseres Landes unterschätzt oder schlichtweg vergessen. Der Song war - wie immer in den vergangenen Wochen - ein Auswahlsong bei der Würfelaktion. Theoretisch hätte es also sein können, dass ein anderer Song gewürfelt worden wäre. Theoretisch. Unter tosendem Applaus war der Würfel aber gnädig mit den Lübeckern und blieb mit der 5 nach oben liegen. Die Zahl, hinter der sich das Sägewerk befindet. Was ein Glück! zwinker
Haben wir am zweiten Abend natürlich sofort reagiert und das Sägewerk aus der Würfellotterie geschmissen und als feste Zugabe eingeplant. Wir sind ja schlau.
Premiere gab’s beim zweiten Lübeck-Konzert für ein neues kurzes Choreografie-Element von MC Deutschmark und Soulsprotte. Ein kleines Zusatz-Schmankerl für die letzten anstehenden Konzerte. zwinker

Samstag und Sonntag haben wir uns dann von Hamburg und vom Unplugged-Format verabschiedet. Der Michel war dazu ein würdiger Konzert-Ort. Tolle Architektur und eine ebenso herrliche Akustik. Alle drei Konzerte haben wir diesmal ohne Pause durchgesungen - für mich persönlich hat sich wieder gezeigt, dass ich das viel lieber mag. Pausen empfinde ich eher als störend. Sowohl als Akteur als auch als Zuhörer. Es hat eine ganz andere Dynamik. Normalerweise muss man das Energielevel nach der Pause erst wieder hochfahren. Ohne Pause bleibt man einfach auf einem Level. Und zeitlich gesehen, kann man eher anfangen Bier zu trinken. zwinker

Donnerstag geht’s nach Berlin zum Kirchentag. Ich bin gespannt. Hoffen wir auf gutes Wetter.

Liebe Grüße

11.05.2017: NRW tut keinem Weh

Hier meine kurze Zusammenfassung vom vergangenen Wochenende.
Donnerstag im E-Werk zu Köln hatten wir ne Menge Spaß. War ja auch ein Stehkonzert, da geht es meistens noch mehr ab, als bei den Sitzkonzerten. Die Stimmung war gut, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mehr erwartet hätte. Immerhin war es ein Stehkonzert. In Köln. Zu Hause. Liebe Hamburger, Dresdner und auch Hannoveraner: die Stimmung in der Großen Freiheit, dem Schlachthof oder dem Capitol haben die Kölner nicht erreicht! Bildet euch was drauf ein. zwinker Vom Programm her haben wir den Wahltitel in der zweiten Hälfte auf Köln abgestimmt und „Nein, nein, nein“ gegen „Deutscher Meister“ antreten lassen. Da das Ergebnis ziemlich knapp war, haben wir einfach beide Titel gesungen („Deutscher Meister“ als erste Zugabe).
Freitag war Offday. Trotzdem war es der schönste Tag des Wochenendes, denn ich war mit Dän im Rhein-Energie-Stadion. zwinker Was für ein sensationelles Spiel. Sieben Tore, Freud und Leid dicht beieinander, zittern vor Spannung und am Ende ein glücklicher Sieg für den FC.
Samstag gab’s dann gleich zwei Konzerte in der schönen Bonner Oper. „Quatsch keine Oper!“ - cooler Titel für die Veranstaltungsreihe, innerhalb der unsere Auftritte stattgefunden haben.
Überraschend war die Stimmung in den Konzerten. Normalerweise ist es nachmittags ja immer etwas ruhiger als am Abend. Diesmal hatten wir aber schon am Nachmittag ein fantastisches Publikum, an dem sich das Abendpublikum vor allem in der ersten Hälfte ein wenig die Zähne ausgebissen hat. Vielleicht lag es ja an Clemens Schmuck, dem „neuen“ Alten Bekannten, der am Nachmittag mit seiner Family im Konzert war. Inhaltlich haben wir bei beiden Konzerten wieder ein paar mehr ältere Songs mit ins Programm genommen. „Du doof“ und „Alles im grünen Bereich“ z.B., da wir davon ausgegangen waren, dass viele Wiederholungstäter kommen würden. Ich für meinen Teil bin ja froh über jeden Titel, den ich nicht ausschließlich für die Totalnacht gelernt habe. Großer Lacher: im Abendkonzert hatte Dän, wie so oft, den Garderobenschlüssel eingesteckt. Das Problem diesmal war aber, dass Nils seine Weste für die zweite Hälfte in der Garderobe hängen gelassen hatte. Das hat er aber erst beim Umziehen nach dem Aggro Hürth Auftritt gemerkt. So kam also über unser In-Ear die Ansage, dass der Schlüssel gebraucht werden würde. So musste Dän seine Ansage kurz unterbrechen, um ihn rauszurücken. Et hätt noch immer jot jejange.
In Aachen war die Stimmung für einen Sonntag auch wieder hervorragend. Witzig war hier, dass die Bühne relativ klein war. Zum Einen fehlte es an Tiefe, so dass man ständig Angst hatte, hinter sich in eine Lampe zu treten. Zum Anderen fehlte es auch an Breite, so dass von unseren Vorhängen wieder nur drei der eigentlich fünf Bahnen zu sehen waren. Grade beim letzten Bild ist es schon ulkig, wenn das Publikum „für 25“ liest. So ein „Danke“ und ein „Jahre“ sind in dem Zusammenhang schon wichtig. zwinker Vielleicht bekommen wir das kommenden Sonntag, wenn wir noch einmal in Aachen sind, auch etwas anders gelöst.

Bis dahin, liebe Grüße

Björn

04.05.2017: Österreich - I mog di!

Ausgeruht nach fast drei Wochen Pause ging es in den Endspurt. Auf zur letzten Österreich-Tour, die noch einmal nahezu alle Konzert-Formate beinhaltet hatte.
Los ging es im wunderschönen Mariendom zu Linz. Also ein "Unplugged"-Konzert. Und wie schon im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit war es wieder Arschkalt. grins Ich konnte teilweise meinen Atem sehen beim Singen. Die lange Unterhose war also nicht umsonst im Koffer. Von den Temperaturen her, hatte es das Publikum etwas besser. Immerhin kann man als Zuschauer seine dicke Jacke anlassen und weitestgehend waren die Sitzbänke mit Heizungen ausgestattet. Aber wann kann man schon mal sagen: „Gehen Sie in der Pause raus, um sich aufzuwärmen“?!
Nach einer doch relativ langen Spiel-Pause ist es immer gut, vor dem Konzert noch einmal Texte durchzugehen, da manche Dinge nicht mehr so automatisch sitzen. So bin ich kurz vor dem Auftritt noch mal „Kleine Männer“ durchgegangen und hatte gleich mehrere komplette Blackouts. Zum Glück ging dann im Konzert aber alles gut. Keine Ahnung, was passiert wäre, wenn ich das vorher nicht gemacht hätte. Vielleicht so wie Sari, dem jemand aus dem Publikum helfen musste bei der dritten Strophe von "Wir werden euch vermissen". Da standen wir alle auf dem Schlauch! :D
Spannend im Linzer Dom war außerdem der immens lange Nachhall von fast neun Sekunden. So hat man, ob man will oder nicht, bei jedem Schlussakkord die Möglichkeit zu überprüfen, ob er gestimmt hat oder eben nicht.

Salzburg war einer der wenigen Konzertorte, in dem ich trotz der kurzen Zeitbei den Wise Guys sogar schon das dritte Mal aufgetreten bin. Bisher kannte ich das Salzburger Publikum als etwas zurückhaltend und nicht ganz so enthusiastisch. Das wollten die Salzburger scheinbar nicht auf sich sitzen lassen. Die Stimmung war grandios, oder „mega“, wie man heute ja wieder zu sagen pflegt. So viele Menschen haben in Salzburg sicher noch nie bei der dritten Nummer gestanden und getanzt.
Witzige Nebenstory: Dän hatte kurz vor dem Auftritt den Caterer gefragt, ob wir dann für das Show-Ende ein paar Biere haben könnten. Keine Ahnung, ob es an der Sprachbarriere lag, aber unmittelbar vor dem Auftritt kam ein Kellner und brachte uns ein (!) frisch gezapftes Bier. Na gut, haben wir das eben brüderlich geteilt. Das war aber noch nicht alles. Während der zweiten Hälfte wurde dann ein Kasten Bier in die Garderobe gebracht. So weit, so gut. Allerdings waren fast alle Flaschen bereits geöffnet worden. Also doch ein kleiner schaler letzter Eindruck von Salzburg. zwinker

In Graz gab es dann wieder ein Stehkonzert. Die Stimmung war wie immer großartig. In Graz scheinen die Menschen aber auch besonders viel Spaß zu haben - teilweise offenbar durch den verstärkten Konsum von Alkohol. Bei allen drei Konzerten im Orpheum mit den Wise Guys waren im Afterglow überdurchschnittlich viele Menschen zugegen, die nicht mehr ganz Herr (oder Frau) ihrer Zunge waren. Das ist mir so massiv sonst nirgends aufgefallen. :D

Zum Abschluss waren wir noch einmal im wunderschönen Konzerthaus zu Wien - dem Aufzeichnungsort der letzten WG-Live-DVD. Das Nachmittagskonzert war wie immer etwas verhaltener in Bezug auf die Stimmung. Diesmal waren aber auch wieder besonders viele Kinder im Publikum. Zum Lied „Ein Engel“ hat Dän die Geschichte erzählt, dass mal eine Mutter im Afterglow zu ihm gekommen ist und ihm von ihrem schwer pubertierenden Sohn erzählt hat, mit dem sie es momentan nicht immer leicht habe. Nach dem Lied „Ein Engel“ hätte ihr Sohn dann aber gesagt: „Mami, das Lied haben die nur für dich gesungen.“ Witzigerweise kam diesmal im Afterglow jemand zu Dän und sagte: „Mein Sohn hat das Gleiche heute zu mir nach „Du Doof“ gesagt“. Schön, wenn Kids/Jugendliche Humor haben!
Das Abendkonzert war dann stimmungsmäßig der absolute Hammer. Es ist ja wohl ihn Konzerthaus bei den Wise Guys schon immer so, dass gegen Konzertende immer mehr Zuschauer von ihren Sitzen aufstehen und sich vor die Bühne stellen. Ich glaube, dass dieser Moment nie zuvor so früh im Konzert war. Dadurch wurde es echt ganz schön emotional hintenraus. Mittlerweile scheint der Punkt gekommen, an dem immer mehr die Sentimentalität über das nahende Ende in den Vordergrund rückt. Auch bei uns auf der Bühne. Damit einher geht bei mir aber auch die Vorfreude auf die Alten Bekannten und der große Wunsch, die tollen Konzertorte wie das Grazer Orpheum oder das Wiener Konzerthaus irgendwann auch mit der neuen Band bespielen zu können.

Wie gut, dass wir kommende Woche mit den Alten Bekannten eine Kreativ-Woche machen und weiter an der Zukunft arbeiten! Ich freu mich drauf.

Liebe Grüße und ba-ba

Björn

11.04.2017: Verrückt aber geil

Vor den Osterferien standen noch zwei Termine mit den Wise Guys an.
Der Erste war ein Auftritt in München. Dort gab es ein öffentliches Bürgerfest der Deutschen Bahn zum Baubeginn einer neuen S-Bahn-Strecke. Deutsche Bahn? Wise Guys? Klar, dass auch wir bei dem Zusammenhang dachten, dass wir vor allem wegen des Songs eingeladen wurden, dort aufzutreten. Umso erstaunter waren wir, als es dann kurz vor dem Auftritt hieß, wir sollten doch bitte genau das nicht tun. Schließlich sei ja der neue Vorstand der DB da und auch der Verkehrsminister und überhaupt und sowieso. In einem kurzen Gespräch konnten wir die Entscheidungsträger vor Ort davon überzeugen, dass viele Gäste, die uns kennen, natürlich den Deutsche Bahn-Song erwarten würden und wir uns auch ungern zensieren lassen. Wir haben den Song dann gesungen und bis jetzt hat es keine Beschwer darüber gegeben. zwinker

Dann die Totalnacht. Ich muss schon zugeben, dass ich im Vorfeld ganz schön aufgeregt war. Nicht so sehr wegen der neuen Songs, die ich ja nur für diesen Abend gelernt hatte. Sondern vielmehr wegen des langen Tags an sich und der Frage, wie das Mammutkonzert konzentrationsmäßig zu bewältigen ist. Außerdem war ich gespannt, wie sich die Stimmung im Publikum halten würde. Ich wusste ja schon, dass die verrücktesten Fans die Nacht vor der Halle verbringen oder zumindest sehr früh anreisen würden.
Da ich das Phänomen Totalnacht auskosten wollte, hab ich mich dann schon mittags zur Halle begeben. Die Schlange war zu dem Zeitpunkt schon ziemlich lang und ging um mehrere Ecken. Überall waren fröhliche, wenn auch z.T. müde Gesichter zu sehen. Von der Stimmung her würde ich es eher mit einem Familientreffen vergleichen. Am Liebsten hätte ich mich irgendwo dazu gesetzt, zumal ja auch die Sonne schien. Aber ich musste ja noch ein bisschen üben. zwinker
Die Zeit bis zum Konzert war rel. lang, aber auch vollgepackt. Soundcheck, FC-Spiel, Outfits sortieren, Essen, Ausruhen und so weiter. Zum Glück wich die Anspannung irgendwann der Vorfreude. Ich wollte das es endlich losging.
Die Stimmung war von Beginn an großartig. Ich selbst wollte dem Ganzen aber noch nicht trauen und ließ die Handbremse im ersten Set noch halb angezogen. Der erste Set verging wie im Flug - ein Phänomen, dass sich durch den weiteren Abend zog. Am Ende kam mir der Abend zwar lang vor. Aber auf keinen Fall doppelt so lang, wie ein normales Konzert. Da hat Mr. Adrenalin wieder seine volle Power bewiesen. Dadurch dass die Pausen auch so kurz waren (15 Minuten reichen grade mal zum Umziehen und zusätzlich wahlweise zum Essen oder Rauchen) senkte sich der Adrenalinspiegel zu keiner Zeit. Sicher auch ein Vorteil, zumindest während des Konzerts. Allerdings war das Loch nach Ende der Anspannung umso größer.
Stimmungsmäßig war der Abend auf jeden Fall bis zum Schluss der Wahnsinn. Wenn es danach ging, hätte ich noch mindestens einen, vielleicht auch noch zwei Sets machen können. Es war schon so eine Art Rausch. Danke dafür an alle, die da waren. zwinker
Fazit des Abends: diese Totalnacht ist verrückt, macht aber unheimlich viel Spaß. Und 80 Songs wären sicher auch möglich gewesen.
Zu guter Letzt ein großer Dank an unsere Chefin Tine Großmann, für die die Totalnacht ein noch viel längerer und intensiverer Marathon ist!!! Ich bin froh, dass sie auch bei den Alten Bekannten an den Fäden zieht.

Euch allen schöne Ostern und, falls ihr welche habt, erholsame Ferien grins

05.04.2017: Ein Meer aus 2000 Taschentüchern

Hallo ihr Lieben,

da die Rufe nach meinen Konzertberichten immer lauter werden, halte ich jetzt also mal schnell an der Raststätte irgendwo zwischen Dresden und München.

Was war das für ein tolles Wochenende.

Erst Limburg. Wie schon sechs Tage vorher ein äußerst lobenswertes Publikum. Und das für einen Donnerstag! Ein würdiger Abschluss für die Wise Guys in dieser Stadt mit dem insgesamt 30. Limburg-Konzert. Witzige Anekdote hier: der Caterer ist wohl auch nicht gewohnt, dass eine Band innerhalb so kurzer Zeit noch mal zurück kommt und hatte sein Essen nur an einer kleinen Stelle verändert. Statt vegetarische Gemüsebällchen auf dem kalten Buffet, gab es sie diesmal warm mit einer asiatischen süß-sauer Soße. Auch lecker! zwinker

In Mainz dann der wohl abschiedigste Moment bisher in dieser Tour. Angefangen hat alles mit Standing Ovations schon vor dem ersten Ton. Der Wahnsinn. Diese Energie hat sich sofort auf die Bühne übertragen. Der absolute Hammer dann aber am Ende beim letzten Titel „Wir werden euch Vermissen“. In den letzten Refrains hatten plötzlich alle ein weißes Taschentuch in der Hand. Das sah toll aus von der Bühne. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Nachdem wir den Song zu Ende gesungen hatten, wurde nicht geklatscht, sondern über 2000 Besucher sangen einfach den Refrain weiter. Was für eine Gänsehaut. Ich musste stark mit Träneneinschuss kämpfen. Neben mir wurde auch heftigst geschluchzt. Vielen lieben Dank an die Organisatoren dieser besonderen Aktion und an alle Mainzer Besucher fürs Mitmachen!!!

Die Stimmung in Saarbrücken ist spätestens nach dem Konzert vor etwa zwei Jahren, bei dem plötzlich der gesamte Strom in der Halle ausgefallen war und die Wise Guys mehrere Lieder akustisch in der Mitte der Saarlandhalle gesungen hatten, immer eine ganz besondere. Irgendwie liegt immer eine gewisse Spannung in der Luft, ob denn auch diesmal der Strom hält. Witzigerweise gab mitten im 1. Set einer der sechs Frontscheinwerfer seinen Geist auf. Keine Ahnung, ob das viele Menschen im Publikum registriert haben. Ich musste innerlich extrem lachen. In Andenken an das stromlose Konzert vor zwei Jahren haben wir dann auch hier noch mal eine akustische Nummer zu Beginn der Zugaben gesungen. Wie immer ein total toller Moment.

Abschluss dieser Tour war in Trier. Und zwar in der riesigen Trier Arena. Auch wenn noch viel mehr Leute reingepasst hätten, war die Stimmung bombastisch. Keine Ahnung, ob das sonst beim Handball und Basketball auch der Fall ist. zwinker

Diese Tour hat definitiv große Lust auf die knapp 50 weiteren Abschiedskonzerte gemacht. Ich bin gespannt, was noch an geplanten und ungeplanten Aktionen im und aus dem Publikum auf uns zu kommt. Jetzt freu ich mich aber erstmal auf die Totalnacht am Samstag. Das wird spannend. grins

Bis bald,

Björn

30.03.2017: Limburg, Villingen-Schwenningen und zweimal Stuttgart

Mit ein bisschen Verspätung meine Tagebucheinträge zum vergangenen Wochenende:

Limburg - mittlerweile das 29. Konzert der Wise Guys in dieser wunderschönen Stadt. Von meiner Seite aus ein Konzert ohne besondere Vorkommnisse. Das Publikum war toll, der Afterglow recht lang - gefühlt war niemand nach Hause gegangen. Aber das ist tatsächlich an einem Freitag auch nicht sehr verwunderlich. Man muss nächsten Morgen nicht so früh raus und hat dementsprechend Zeit. Womit ich Limburg immer in Verbindung bringen werde, ist die schöne pittoreske Innenstadt mit ihren Gässchen und Fachwerkhäusern. Und für mich im krassen Gegensatz dazu die Stadthalle, die ich persönlich nicht zu den Schmuckkästchen zählen würde. Der Saal ist eigen - verwinkelt und eher asymmetrisch. Der Backstagebereich und die Garderoben im Keller sind nichts für Tageslichtliebhaber. Klarer Vorteil: Man freut sich, wenn es 20 Uhr ist und die Show beginnt. grins Richtig Abschied von Limburg nehmen wir aber erst heute mit dem 30. Konzert. Der Wetterbericht verspricht übrigens Sonnenschein. grins

In Villingen-Schwenningen hatten wir nach langer Zeit mal wieder ein Unplugged-Konzert. Wie anders diese Konzerte doch sind. Kein In-Ear-Monitoring - also ganz anderes Hören als in den normalen Konzerten. Viele Titel fühlen sich dadurch vollkommen anders an, weil z.B. jemand ganz anderes neben dir steht und dir ins Ohr singt. Dadurch hatte dieses Konzert eine totale Wachheit. Alle hatten ihre Sensoren auf 110 Prozent. Sicher auch ein Grund, warum wir spontan witzig (fast schon albern) waren wie lange nicht. Emotionaler Höhepunkt war „Wir werden euch vermissen“. Während des ersten Refrains standen fast alle im Publikum auf. Aber nicht alle auf einmal, sondern einzeln nach und nach. Das hatte eine unglaublich starke Kraft und führte fast zu akuter Kloßbildung im Hals und Träneneinschuss. Ich möchte behaupten, dass das bisher der abschiedigste Moment auf dieser ganzen Tour gewesen ist.

Stuttgart wartete dann trotz nächtlichem Stundenklau mit zwei Konzerten. Am Nachmittag gab es wie üblich relativ viele Kinder, dafür war es aber verhältnismäßig ruhig und gesetzt was die Stimmung insgesamt anging. Ganz im Gegensatz zum Abendkonzert. Es wäre wirklich spannend, was passieren würde, wenn die selben Leute am jeweils anderen Konzert teilnehmen würden. Ich glaube ja, dass sich nicht wirklich viel verändern würde - also am Nachmittag eher gesetzt, am Abend Eskalation. grins
Besonderheit bei den Stuttgart-Konzerten: Felix, Däns Großer, hat den Würfel geworfen. Und das mit einer unglaublichen Hingabe und Spielfreudigkeit. Wenn da mal nicht einer Blut geleckt hat. zwinker

Liebe Grüße aus dem ICE in Richtung Limburg

Björn

Seite 1 von 2 Seiten
')